Werteserie: „Sport hat die Kraft, die Welt zu verändern“

Allgemein, Blog

16.06.2016

Während der ersten Laureus World Sports Awards in Monaco im Jahr 2000 hielt Nelson Mandela eine Rede, aus der sein berühmtes Zitat „Sport hat die Kraft, die Welt zu verändern“ stammt. Mit diesen Worten beschrieb Mandela die Vision von Laureus Sport for Good. Die Überzeugung, dass Sport der Motor für einen positiven sozialen Wandel sein und das Leben benachteiligter Kinder und Jugendlicher weltweit verbessern kann, ist der Grundstein der Stiftungsarbeit, welche in den vergangenen 16 Jahren Millionen von Kindern weltweit erreicht und unterstützt hat.

Nelson Mandela, Schirmherr von Laureus Sport for Good, gelang es damals, prägnante Worte zu finden, die berühren und zum Nachdenken anleiten. Doch hat Sport wirklich die Kraft, die Welt zu verändern? Wie genau funktioniert das? Und wie gelingt es den Sport for Good Projekten jeden Tag, diese Mission im Kleinen umzusetzen?

Sport setzt sich aus zwei Aspekten zusammen, die ineinandergreifen. Einerseits gibt es den gesundheitlichen Aspekt, der die Kinder zur Entwicklung einer gesunden, bewussten Lebensweise anhält. Dies ist besonders wichtig für Kinder und Jugendliche aus sozialen Brennpunkten, die oft ein Leben fernab von Sport und Aktivitäten an der frischen Luft führen, sowie für Menschen mit körperlichen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Daneben steht der zweite Aspekt des Sports: Die Vermittlung grundlegender gesellschaftlicher Werte, die das Fundament einer positiven persönlichen Entwicklung sind und maßgeblichen Einfluss auf schulische und berufliche Erfolgserlebnisse haben.

Gerade der zweite Aspekt darf nicht unterschätzt werden. Ich frage Sie: Wie privilegiert sind Sie aufgewachsen? Ich für meinen Teil bin sehr privilegiert aufgewachsen. Sind Sie über das Wort „Privileg“ gestolpert? Dachten Sie direkt an das Privileg des materiellen Reichtums? Nun, um diese Art Privileg handelt es sich hier nicht. Neben dem schieren Glück, in Deutschland geboren worden zu sein – was bedeutet, dass ich das Privileg genoss, in einem sicheren Land aufzuwachsen – bin ich gesund und habe außerdem ein liebevolles, warmherziges Elternhaus, in dem ich als Person respektiert und wertgeschätzt wurde und Leistungen anerkannt wurden. Das bedeutet, dass ich spielerisch und von klein auf Werte, die meine Familie mir entgegengebracht hat, erlernt habe: Respekt (vor anderen Menschen, Meinungen und vor mir selbst und meiner Gesundheit), Zielstrebigkeit, Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein (für das eigene Handeln und gegenüber meinen Mitmenschen), Motivation und Disziplin (trotz der im Leben zwangsläufigen Erfahrung von Rückschlägen), Fairness sowie Vertrauen in meine Mitmenschen und mich selbst. Diese Werte und die Wertschätzung meiner Familie haben es mir ermöglicht, ein geregeltes, friedvolles, relativ glückliches Leben zu führen, in dem ich bisher eigenständig, motiviert und zuversichtlich selbst gesteckte Ziele verfolgt habe, frei wichtige Entscheidungen über mein eigenes Leben treffen durfte und die positive Art, mit der ich an das Leben herangehe, auch vom Leben und meiner Umwelt widergespiegelt wurde.

Sie sehen – fernab materieller Werte bin ich ein durch und durch privilegierter Mensch. Sind Sie es auch?

Drehen wir den Spieß um: Wie frei ist ein kleines Mädchen in ihrer persönlichen Entwicklung, wenn ihm aus kulturellen Gründen die Teilnahme am (Gruppen-)Sport untersagt wird? Wie kann ein Kind, das von klein auf Gewalt als Antwort Konflikte erfährt, nicht die Gewalt als Reaktion auf Frust als Normalität verbuchen? Wenn jemand kein Interesse an den eigenen persönlichen und schulischen Leistungen erfährt, wie kann er dann in den Jugendjahren Motivation und Zielstrebigkeit entwickeln? Kinder können sich Werte, mit denen sie nie in Berührung kamen, nicht selbst beibringen. Selbsthilfe darf bei den schwächsten Mitgliedern der Gesellschaft nicht vorausgesetzt werden.

An dieser Stelle treten die sozialen Sportprojekte, die Laureus Sport for Good fördert, in das Leben der Kinder und Jugendlichen: Über eine Vielzahl von Sportarten werden den Teilnehmern grundlegende Werte des gesellschaftlichen Zusammenlebens vermittelt – eben jene Werte, die unsereiner womöglich ganz selbstverständlich der elterlichen Erziehung entnommen hat und deren Erlernen für wieder andere eine schwere Schule sein kann. Der Sport als Mittel setzt in der Kombination mit seinem gesundheitlichen Aspekt an eben dieser Stelle an und holt Kinder und Jugendliche in den Sportprojekten mit den Förderschwerpunkten Integration, Inklusion oder Bewegungsförderung wieder in die Mitte der Gesellschaft.

Und genau darauf bezog sich Nelson Mandela: Über den Sport und die sozialpädagogische Betreuung wird den Kindern ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert, werden ihnen die Tore zu neuen Welten eröffnet, vor denen zuvor das Schloss der kulturellen Abschottung hing, sie können Frust und Aggression in geleiteten Bahnen abbauen, ihre Gesundheit fördern und ihre soziale Entwicklung in all ihren Dimensionen positiv beeinflussen. So können die Kinder – das Fundament unserer Gesellschaft und die Erwachsenen von Morgen – als glücklichere und in ihrem Wesen gefestigte Menschen die künftige Welt jeden Tag ein wenig verbessern. Ihr Leben zu verbessern, heißt die Welt zu verbessern.

Und diese Geschichten sind es wert, erzählt zu werden. Deshalb gibt es seit mehreren Jahren den Blog der Laureus Sport for Good Foundation Germany, Austria, für den vor allem die Projektkinder Artikel schreiben und ihre Erfahrungen, Einschätzungen und Entwicklungen in Worte fassen. Diese Blogbeiträge sind direktes Zeugnis der beeindruckenden Arbeit, die in den sozialen Sportprojekten geleistet wird. Darüber hinaus sind sie für die interessierte und unterstützende Öffentlichkeit eine Möglichkeit, die Stiftungsarbeit nicht nur vonseiten Laureus, sondern vor allem durch die Augen der Kinder und Jugendlichen kennenzulernen.

Um einen Einblick in die Inhalte und Werte, die in den Laureus Sport for Good Projekten analog zu Nelson Mandelas Vision vermittelt werden, zu erhalten, laden wir Sie ein, in den kommenden Wochen der Laureus Sport for Good Werteserie zu folgen. Hier erfahren Sie mehr darüber, wie einzelne Projekte Werte wie Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein, Respekt, Disziplin und viele mehr den Kindern und Jugendlichen über den Sport vermitteln, um sie in ihrer persönlichen, schulischen und beruflichen Entwicklung zu fördern und wie die Teilnehmer unterschiedliche Werte verstehen und seither in ihr Leben integriert haben.

 

Sie möchten außerdem erfahren, wie sich die Laureus Sport for Good Botschafter über die in den Projekten vermittelten Werte äußern? Erfahren Sie mehr darüber unter www.netzathleten.de
 

Autorin:
Patricia Scheuss war von Dezember 2015 bis Ende Juni 2016 Praktikantin bei der Laureus Sport for Good Foundation Germany, Austria. Davor beendete sie ihr Masterstudium an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und sammelte bereits erste berufliche Erfahrungen im Stiftungssektor.

Weitere Blogbeiträge zu dieser #SPORTFORGOOD Werteserie finden Sie unter nachfolgendem Link:

 

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On Juni 16, 2016
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