Werteserie: Selbständigkeit

Allgemein, Blog

03.08.2016

Mein Name ist Laura und ich absolviere seit Herbst 2015 ein Sozialpraktikum beim Laureus Sport for Good Projekt Körbe für Köln e.V. Der Verein fördert junge Menschen am Übergang Schule und Beruf, erreicht sie niederschwellig über den Sport, vernetzt sie in berufsorientierende Maßnahmen und fördert eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung, soziale Kompetenzen und eigenverantwortliches Handeln für ein gesundes, gewaltfreies und buntes Miteinander im und über den Sport. Selbständigkeit ist hierbei ein wichtiger Wert, der über die sportbezogene Kinder- und Jugendarbeit im Verein, insbesondere im Hinblick auf berufsorientierende Maßnahmen für uns, die Teamer, aber auch unseren Zielgruppen von Anfang an vermittelt wird.

Ich bekam sehr früh viel Verantwortung übertragen und wurde in meiner Selbständigkeit, was meine Schwerpunktsetzung und Arbeit im Verein anging, sehr gut gefördert. Ich bin im Oktober 2015 als Praktikantin in die Arbeit des Vereins eingestiegen, unter anderem mit dem Schwerpunkt auf die Flüchtlingsarbeit. Auf Grund meiner Erfahrungen und Kenntnisse in der Arbeit mit Kindern wie auch organisatorischer Fähigkeiten hat die Projektleiterin Dr. Sascha A. Luetkens mich schnell als Nachfolgerin zur Planung, Koordination und operativen Umsetzung der Fußball-Bambiniliga in Köln Mülheim ausgewählt. Der Liga drohte das Aus, da die bisherige Koordinatorin aus beruflichen Gründen diese Arbeit nicht fortsetzen konnte. Nachdem ich beim 1. Spieltag im Oktober 2015 bereits zugesehen hatte, war für mich sofort klar, dass solch ein Projekt definitiv weitergeleitet werden muss!

Die Bambini-Liga existiert seit 2009 als Netzwerkprojekt. Aktuell nehmen 10 Kindertagesstätten und Kindergärten mit insgesamt 120 Kids aktiv an dem Ligabetrieb teil. Hier erhalten die Kinder die Chance über den Kita-Alltag hinaus sich auszutoben, Spaß zu haben und Regeln zu lernen; viele werden hierdurch zum Teil zum ersten Mal in ihrem Leben an einen Sport herangeführt. Bereits nach zwei Monaten, in denen ich von der Vorgängerin umfassend eingearbeitet wurde, bekam ich die Koordination der Bambini-Liga, die im ‚Brennpunktgebiet‘ Köln Mülheim ausgespielt wird, übertragen. Schon im November durfte ich ganz selbständig ein Liga-Turnier im Zuge einer Messeveranstaltung in Köln mit fast 100 Kindern der Liga koordinieren. Darüber hinaus hatte mir der Verein angeboten, mich zur Übungsleiterausbildung und zu weiteren Fortbildungen im Bereich Integration und Inklusion durch Sport anzumelden; Maßnahmen, die ich alle kostenlos nutzen durfte. Ich durfte sehr früh selbständig planen und die Begegnungen umsetzen, wurde zugleich aber unterstützt, gecoacht und begleitet in dieser Arbeit, wenn es notwendig war. Die zunehmende Selbständigkeit, die ich durch meine Arbeit für Körbe für Köln als Praktikantin erlernt habe, konnte ich dann als besonderes Element für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung auch den Kindern weiter vermitteln. Für viele dieser Kinder ist es etwas Neues, feste Termine und Strukturen, Regeln und Vereinbarungen einzuhalten. Die Liga hat damit auch ihre kleinen Persönlichkeiten gestärkt und ihre Selbständigkeit gefördert. Schon beim Training in den Kitas, der Anreise zu den Spielstätten und der Betreuung unterwegs wird die Mobilität der Kinder und deren Eigenständigkeit gefördert.

Die Bambini-Liga läuft immer von September bis Juni. Pro Monat gibt es je einen Spieltag, an dem die Kitamannschaften selbstständig mit ihren Erziehern und Erzieherinnen entweder zum Sportplatz der Partner, beim SC Mülheim Nord oder zur Jugendeinrichtung Don-Bosco-Club Mülheim, anreisen und in je einem Spiel gegeneinander antreten. Zwischen den Liga-Begegnungen werden eigene Trainings jeweils an den Kindertagesstätten angeboten, über die die Kids mittels Sport und Regeln eine Förderung von Selbstbewusstseins und Selbständigkeit im Training erfahren. Dies erfolgt über ehrenamtliche Helfer, wie auch die Erzieherinnen und Erzieher der KiTas, die über die Saison hinweg eine hervorragende Arbeit leisten und zu einem reibungslosen Ablauf an den Spieltagen beitragen. Krönender Abschluss jeder Saison ist das Abschlussturnier im Sommer, bei dem alle Kinder gegeneinander antreten. Am Ende gibt es einen Wanderpokal und in diesem Jahr auch je eine Fußballtrophäe pro Kind.

Bereits seit Dezember 2015 organisiere und koordiniere ich nun die Abläufe und sorge dafür, dass die Erzieher und Erzieherinnen rechtzeitigt über die Spielpläne informiert werden, Örtlichkeiten reserviert sind, Material vorhanden ist, Spiele gepfiffen und Ergebnislisten aktualisiert werden. Zu Beginn war mir nicht bewusst, was bei der Organisation der Liga tatsächlich alles zu beachten ist und welche Herausforderungen, wie beispielsweise kurzfristige Absagen und die daraus resultierende Umstrukturierung der Spieltage, auf mich zukommen würden. Doch erfreulicherweise machte ich meine Aufgabe richtig gut und die Spieltage konnten Monat für Monat erfolgreich durchgeführt werden. Die größte Herausforderung, die mir auch rückblickend noch mehr Selbstständigkeit vermittelte, war jedoch das Abschlussturnier am Ende der Saison. Durch mein Sportstudium hatte ich schon ein bisschen Erfahrung im Organisieren von Sportveranstaltungen gesammelt, doch ein Turnier mit 110 Kindern und deren Betreuern auf die Beine zu stellen, war auch für mich Neuland. Ich begann zum Glück recht früh mit der Planung und Vorbereitung für das Turnier, orientierte mich immer an meinem aufgestellten Zeitplan und arbeitete einen Punkt nach dem anderen ab. Sportplatz reservieren, Pokale und Preise für die Siegerehrung organisieren, Urkunden drucken, Catering bestellen, Schiedsrichter suchen, Rundschreiben an die Kitas senden, Spielpläne erstellen, unzählige Telefonate führen usw. Sascha und ich konnten Gelder bei der Sozialraumkoordination und im Sportamt einwerben, so dass Kosten nicht nur kalkuliert, sondern auch ein Budget vorhanden war, über das wir diese decken konnten. Das Turnier war ein voller Erfolg, der Zeitplan wurde eingehalten, die Kinder hatten Spaß und konnten am Ende des Tages mit kleinen Preisen und einem breiten Lächeln auf dem Gesicht nach Hause gehen. Gerade auch bei ihnen hat man gemerkt, wie sie sich im Laufe der Saison nicht nur spielerisch, sondern auch mannschaftstechnisch verbesserten, eigenständiger wurden, die Regeln immer besser verstanden und gemeinsam Niederlagen einsteckten, aber auch Siege feierten.

Abschließend lässt sich sagen, dass nicht nur ich, sondern auch die Kinder und deren Erzieher und Erzieherinnen sich in Punkto Selbstständigkeit weiter entwickeln konnten. Ab Oktober wird die Bambiniliga wieder in die neue Saison starten, dann mit neuen Gesichtern, neuen Herausforderungen und hoffentlich weiterhin mit großen Erfolgen. Sascha versucht aktuell die hierfür notwendigen zusätzlichen Projektmittel einzuwerben. Ich werde der Projektleiterin helfen, einen Nachfolger zu finden, der oder die dieses großartige Projekt auch weiterführen kann, selbständig und erfolgreich!

Autor:
Laura Braun ist in ihrem 2. Studienjahr als Sozialpraktikantin an den Verein herangetreten, um bei der Flüchtlings- und Integrationsarbeit des Körbe für Köln e.V. zu helfen. Bereits nach 2 Monaten bekam sie die Koordination der Fußballbambini-Liga mit 10 aktiven Kindertagesstätten und 120 aktiven Kids im ‚Brennpunktgebiet‘ Köln Mülheim übertragen. Sie erhielt vom Verein die Möglichkeit zur Übungsleiterausbildung und zu Fortbildungen im Bereich Integration und Inklusion durch Sport, wurde gecoacht und begleitet. Neben der Bambini-Liga ist Laura für das Sport for Good Projekt Körbe für Köln e.V. auch als junge Ehrenamtlerin aktiv im Offenen Ganztag (Freeletics, Tischtennis AG), bei Flüchtlingsangeboten, Ferienaktionen des Vereins und wird im August 2016 mit einer Gruppe anderer Jung-Teamer an einem Erasmus-Plus Austauschprojekt zum Thema Urban Culture in Lissabon teilnehmen. Hier wird sie als Teil des deutschen Laureus Sport for Good Teams Streetsoccer und unsere Cologne Urban Culture jungen benachteiligten Menschen aus Lissabon und Grenoble vermitteln.

 

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On August 3, 2016
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