Werteserie: Rückschläge überwinden

Allgemein, Blog

28.07.2016

Mit Pferden stark machen e.V. ist ein Projekt in Achberg, in der Nähe von Wangen im Allgäu. Hier wird für Kinder und Jugendliche das Westernreiten als integrative Maßnahme angeboten, auch in Form der Reittherapie für schwer kranke Kinder.

Die Überwindung von Rückschlägen ist ein Thema, welches besonders unseren Kids nicht fremd ist. Und dies ist nicht nur auf den Sport bezogen, sondern besonders auf das Leben allgemein. Für Kinder und Jugendliche mit Handicap ist es in der heutigen Gesellschaft nicht einfach. Sie tun sich meist schwer, Freundschaften zu knüpfen, haben kaum Möglichkeiten, um eine Sportart auszuüben und das nur, weil sie irgendwie anders sind. Doch in diesen Kids steckt so viel drin und das macht die Arbeit mit ihnen so einmalig.

Für die Jugendlichen, welche das Westernreiten richtig lernen möchten, gibt es bei uns die IWG (integrative Westernreitsportgruppe). Hier lernen die Jugendlichen mit und ohne Handicap zusammen das Westernreiten. Gemischt in einer Gruppe, das gleiche Ziel vor Augen. Gemeinsam möchten sie Reitabzeichen und Turniere schaffen, nicht getrennt nach „normalen“ und „Para“ Reiter, sondern als Team.
Einer dieser Jugendlichen ist Fabian. Er ist 13 Jahre und reitet schon seit Längerem bei uns, seit einem Jahr nun auch in der IWG. Dort macht er enorme Fortschritte und trotz seiner linksseitigen Einschränkungen hat er ein enormes Talent zum Reiten und ein tolles Gefühl für das Pferd.

Auch für Fabian ist das Motto „Überwindung von Rückschlägen“ nicht fremd. Doch lässt er sich nicht unterkriegen und geht mit so viel Zuversicht, Optimismus und Lebensfreude an alles heran, dass er ein Vorbild für uns alle sein sollte.

In jedem Reittraining sind die Jugendlichen mit kleineren oder auch mal größeren Rückschlägen konfrontiert. Auf die Frage an Fabian, wie er damit umgeht, antwortet er: „Dadurch dass ich jetzt jede Woche 1,5 Stunden trainiere, werde ich immer besser. Jede Woche lernen wir neue Übungen, welche nicht immer auf Anhieb klappen, aber nach dem Reiten fühle ich mich immer sehr gut und ich bin stolz was Neues gelernt zu haben und dass ich dran geblieben bin, es zu schaffen.“

Diese Erfahrungen helfen Fabian auch in seinem Alltag. Er hat gelernt, mutiger an die Dinge heranzugehen und keine Angst vor Rückschlägen haben zu müssen, denn man kann alles schaffen, wenn man es will, dafür kämpft und von jemandem eine Chance bekommt. Und diese Chance bekommen bei uns alle Kinder und Jugendlichen, ganz gleich ob mit oder ohne Handicap, ganz gleich woher sie kommen.

Das Reiten gibt ihm auch ein Zugehörigkeitsgefühl. Fabian: „Meine Schwestern reiten auch. Durch die IWG kann ich nun auch richtig reiten lernen und so wie meine Schwestern auch an Prüfungen teilnehmen. Um mich darauf vorzubereiten, hole ich mir Pferdebücher aus der Bücherei und lerne viel über Pferde.“
Und genau diese Freude am Sport Westernreiten, diese Motivation und den Mut um Rückschläge im Leben zu überwinden, sind die Hauptziele unserer IWG. Wenn wir von den Eltern erfahren, dass sich die Jugendlichen positiv verändern und selbstbewusst werden, dann haben wir unseren Auftrag erfüllt. Und wenn wir dann noch von den Jugendlichen Sätze hören wie z. B. von Fabian wie „Das Reiten ist sehr wichtig für mich und tut mir einfach nur gut. Ich freue mich immer, wenn Montag ist, denn dann darf ich wieder zum Reiten gehen“ dann ist für uns klar, wir müssen noch mehr Jugendlichen diese Möglichkeit geben und ihnen helfen, Rückschläge im Leben zu überwinden und ihnen Mut machen für alles was kommt.

Das ist eine sehr wichtige und so bereichernde Aufgabe für uns und wir sind stolz, mit Laureus Sport for Good Germany und diesen Kids arbeiten zu dürfen.

Autorin:
Nicole Heilmaier ist Gründerin und Projektleiterin des Laureus Projekts „Mit Pferden stark machen“. Unter der Schirmherrschaft von Laureus Botschafter Michael Teuber widmet sich das Projekt der therapeutischen und heilpädagogischen Arbeit mit Pferden und Kindern. Die ausgebildeten Reittherapeuten betreuen Kinder und Jugendliche mit geistiger und seelischer Behinderung, Traumatisierungen, Lern-, Konzentrations- und Sprachstörungen sowie mit motorischen Schwächen und ADS/ADHS. Über das Medium Pferd wird eine günstige Beeinflussung der Motorik, der Wahrnehmung, des Lernens und des Verhaltens erreicht.

 

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On Juli 28, 2016
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