Sportfreunde Jugendcamp 2016

Allgemein, Blog

02.09.2016

Ich habe und werde das nie vergessen: Wie sich diese Vorfreude auf das allsommerliche Sportcamp in meiner Kindheit angefühlt hat. Eigentlich waren es mehrere Vorfreuden, weil für alles, was mich als Bub begeisterte, war diese eine Sportwoche im Jahr ein Synonym: die Freude an der Bewegung, die Freude an der Begegnung, die Freude am Wettbewerb. Ich habe dieses Gefühl in alle Sommer-Trainingscamps meiner Karriere – und es waren viele in den vielen Jahren – mitgenommen. Und dank Laureus Sport for Good habe ich dieses Gefühl der Vorfreude noch immer: mein alljährlicher Besuch beim „SportFreunde“-Jugendcamp in Salzburg macht mir meine persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen immer wieder gegenwärtig – ein Memory-Effekt der erfreulichen Art.

Heuer fiel mein persönliches Sommer-Highlight auf den 3. August. 60 Kinder und Jugendliche aus dem von der Laureus Sport for Good Foundation geförderten Projekt „SportFreunde“, alle zusammen und gemeinsam im Markushof in Wagrain, gleich in der Nähe meiner Heimat. Im Unterschied zu mir, der ich das große Glück hatte, dass meine Eltern meinen Bewegungsdrang immer gefördert haben, ist es für diese Kids alles andere als selbstverständlich, im Sommer an einem Camp teilnehmen zu können.

So wie es alles andere als selbstverständlich ist, dass sie das ganze Jahr regelmäßig die Chance haben, im Sport und über den Sport stark für die Herausforderungen ihres Lebens zu werden. Das Projekt „SportFreunde“ bietet den Kindern und Jugendlichen beide Möglichkeiten. Denn eines ist ihnen allen gemeinsam: die Challenges, mit denen diese Kids zurechtkommen müssen, sind größer, als die meisten von uns sich das vorstellen können oder wollen. Sie denken langsamer als andere, können sich nicht so gut bewegen oder hatten schlichtweg nicht das Glück, wie wir in Wohlstand und Geborgenheit hineingeboren worden zu sein. Und gerade deshalb sind diese ganz normalen Kinder ganz besondere Kinder – und wer einen Tag mit ihnen verbringt, spürt das…

Denn das ist es, was Laureus Sport for Good ausmacht: Die Chance auf Sport für ganz normale, ganz besondere Kinder. Das soziale Sportprojekt „SportFreunde“, das das Camp Jahr für Jahr organisiert, unterstützt Salzburger Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren aus sozial und finanziell benachteiligten Familien. Für diese Kids hat es einen unschätzbaren Wert, über das Projekt Fixpunkte im Alltag zu haben, auf die sie sich freuen können. Jede Woche. Und einmal im Jahr ganz besonders, beim Jugendcamp.

Denn im Camp können sie die verschiedensten Sportarten ausprobieren. Danach wählen sie eine – ihre liebste! – Sportart für das kommende Schuljahr aus. Fußball? Tanzen? Karate? Für alles stehen über das ganze Jahr hinweg professionelle Trainer zur Verfügung, zusätzlich werden die Kids von Sozialpädagoginnen begleitet.

Es gibt für mich kaum etwas Inspirierenderes, als Kinder in ihrer puren Freude an sportlicher Bewegung mitzuerleben. Ein Privileg, dass ich als Laureus Sport for Good Botschafter wieder mittendrin und voll dabei sein durfte. Allein das Ambiente am Markushof: dieser traumhafte Blick über die Alpen, frische Bergluft, das perfekte Sommerwetter – und als logische Konsequenz viele glückliche Gesichter bei den Teilnehmern.

Hotspot war die große Wiese mit Stationenbetrieb. Klettergarten, Bogenschießen, Trampolin und Biathlon – alles da für einen Fun-Nachmittag, an dem erlebbar war, was die Werte des Sports sind und wie sie förderlich vermittelt werden können. Einladen, bestärken, inspirieren – das ist das Prinzip hinter den berührenden Geschichten, wie die Laureus Sport for Good Kinder durch Sport über sich hinaus-wachsen und ihr Schicksal meistern. Wie sie lernen, dass das spielerische Gegeneinander des Sports ein Miteinander und ein Füreinander hervorbringt. Dass Sport tatsächlich die Kraft hat, die Welt zu verändern. Die innere und die äußere. Im Kleinen wie im Großen. Jeden Tag wieder.

Ein Sommertag wie damals. Mit Sport. Mit Kindern. Mit Spaß am Tun. Und mit so viel Dankbarkeit, dass ich tun darf, was ich tun darf.

Autor:
Felix Gottwald wurde in der Nordischen Kombination drei Mal Weltmeister und gewannen bei Olympischen Spielen drei Gold-, eine Silber- und drei Bronzemedaillen. Er ist damit der erfolgreichste Olympiateilnehmer Österreichs aller Zeiten. Felix Gottwald arbeitet als Keynotespeaker und hilft Menschen in seinen Seminaren und Management-Trainings, ihr persönliches Athletes Mindset zu finden.Seit 2013 engagiert er sich mit Begeisterung als Laureus Sport for Good Botschafter.

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On September 2, 2016
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