Laureus Sport For Good Summit - Day 2

Sport for Development and Peace

Blog

06.04.2018

International Day of
Sport for Development and Peace

Der 6. April ist der Internationale Tag des Sports für Entwicklung und Frieden. Doch kann der Sport tatsächlich einen signifikanten Beitrag in der Entwicklungsarbeit und zur Herstellung oder Sicherung des Friedens leisten? Und wenn ja, wie? In diesem Blog geben wir Ihnen einen Überblick zu allem Wissenswerten rund um „Sport for Development“.

Sport for Development and Peace - Begriffe und Akteure

Die Grafik zeigt: Es gibt viele Akteure, die daran arbeiten, die Kraft des Sports für den gesellschaftlichen Wandel zu entfalten. Und es gibt noch viel mehr Begriffe, die diese Aktivitäten beschreiben. Aber warum einigen sich nicht alle auf eine Bezeichnung und ziehen an einem Strang?

Obwohl bereits lange bekannt ist, dass Sport einen wertvollen Beitrag in der Entwicklungsarbeit leistet, ist die Thematik erst nach der Jahrtausendwende so richtig in der Politik angekommen. Das macht den „Sport for Development“-Sektor zu einem relativ neuen Bereich, der gerade stark wächst und sich erst noch konsolidieren muss.

 

Nationale Regierungen

Als Paradebeispiel für ein Land, das den Sport eng in die politischen Ziele integriert, gilt Südafrika. Dank der Vision des früheren Präsidenten Nelson Mandela leistete der Sport einen großen Beitrag, um die Folgen der Apartheid zu überwinden. Seine inspirierenden Worte legten auch den Grundstein für unsere Arbeit bei Laureus Sport for Good:

„Sport hat die Kraft, die Welt zu verändern. Er hat die Kraft, zu inspirieren. Er hat die Kraft, Menschen auf eine Art und Weise zu vereinen, wie es nur Weniges vermag. Sport kann Hoffnung wecken, wo zuvor nichts als Verzweiflung war.“

Aber auch in Deutschland ist die „Sport for Development“-Bewegung bereits angekommen: Als Bundesunternehmen im Auftrag des deutschen Staats hat die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (kurz: GIZ) ein eigenes Sektorvorhaben „Sport für Entwicklung“ etabliert.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fußball Bund, dem Deutschen Olympischen Sportbund und Organisationen vor Ort setzt die GIZ den Sport ein, um entwicklungspolitische Ziele in den Partnerländern zu erreichen. Eines von vielen Beispielen ist das Handbuch „Kicking Youth Competencies“, das Kompetenzen bei Jugendlichen in den Palästinensischen Gebieten fördert.

 

Zwischenstaatliche Organisationen

Zwischenstaatliche Organisationen wie die United Nations haben den „Sport for Development“-Bereich in den letzten Jahren stark geprägt und weiterentwickelt. Bis ins Jahr 2017 gab es sogar ein eigenes United Nations Office of Sport for Development and Peace (kurz: UNOSDP). Ein wichtiger Meilenstein für die Bewegung war zudem die Aufnahme des Sports in die UN Sustainable Development Goals (kurz: SDGs), den weltweiten Entwicklungszielen bis zum Jahr 2030. Darin definiert die UN den Sport zum ersten Mal als ein wirksames Mittel, um die Ziele zu erreichen, wie in dieser Übersicht zu sehen ist.

UN Sustainable Development Goals - Role of Sport

Wie das Ganze in der Praxis aussehen kann, hat auch das Commonwealth in diesem Handbuch übersichtlich analysiert. Auch Laureus Sport for Good richtet seine Förderrichtlinien anhand der SDGs aus. Jedes von Laureus geförderte Projekt muss zu mindestens einem und idealerweise zu mehreren der SDGs beitragen. Besonders relevant sind dabei unter anderen folgende Ziele:

  • SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen
  • SDG 4: Hochwertige Bildung
  • SDG 5: Geschlechtergleichheit
  • SDG 10: Weniger Ungleichheiten
  • SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden

In der Europäischen Union spielt der Sport mittlerweile ebenfalls eine offizielle Rolle. Ein entscheidender Meilenstein: Im Artikel 165 des Vertrags von Lissabon ist die Bedeutung des Sports in der EU zum ersten Mal niedergeschrieben. Warum ist das so wichtig? Der Sport wird so offiziell anerkannt und es wird ein EU-Budget bereitgestellt, von dem auch „Sport for Development“-Projekte profitieren können. Falls Sie mehr über die Sportpolitik in der EU wissen möchten, lohnt sich ein Blick in diesen Guide des Europäischen Olympischen Komitees.
Sport for Development stand darüber hinaus auch auf der Agenda der sechsten Internationalen Konferenz der Sportminister (kurz: MINEPS VI) organisiert durch die UNESCO.

 

Unternehmen

Auch zahlreiche Unternehmen haben ihre gesellschaftliche Verantwortung längst erkannt und engagieren sich für viele soziale Projekte. Diese Aktivitäten von Firmen werden oft unter dem Schlagwort „Corporate Social Responsiblity“ (kurz: CSR) zusammengefasst.

In diesem Sinne fördern viele Firmen auch den „Sport and Development“-Sektor. Ein gutes Beispiel dafür sind unsere globalen Partner: die Daimler AG, Richemont sowie die Motorworld als unser Country Patron. Sie stellen die finanziellen Mittel, damit Laureus Sport for Good Germany & Austria professional arbeiten und mittlerweile 17 soziale Sportprojekte in Deutschland und Österreich unterstützen kann.

 

Sportverbände

Wenn es um die Akteure in der „Sport for Development“-Bewegung geht, dürfen auch die Sportverbände wie der Deutsche Fußball Bund (kurz: DFB) oder das Internationale Olympische Komitee (kurz: IOC) nicht fehlen.

Das IOC arbeitet eng mit den United Nations zusammen und trägt unter dem Begriff Social Development through Sport zu der Verwirklichung der Sustainable Development Goals bei. Dazu gehört unter anderem die Initiative „Sport for Hope“, die in Entwicklungsländern Sportzentren schafft. So wird auch benachteiligten Menschen der Zugang zum Sport und seinen positiven Auswirkungen gegeben.

Analog dazu gibt es beim DFB den Arbeitsbereich „Sport für Entwicklung. Hier kooperiert der Verband mit der GIZ und deren Projekte in der internationalen Entwicklungsarbeit.

UN Sustainable Development Goals - Laureus Sean Fitzpatrick

 

Wissenschaft

Was ist bei jedem Projekt der Schlüssel zum Erfolg? Aus Fehlern zu lernen und offen für Verbesserungen zu sein! Daher spielt auch die Wissenschaft in der „Sport for Development“-Bewegung eine wichtige Rolle.

An der Deutschen Sporthochschule Köln gibt es in Zusammenarbeit mit dem ICSSPE beispielsweise eine Universitäre Weiterbildung, die das nötige Know-How bei der Planung, Umsetzung und Evaluation von „Sport for Development“-Projekten mit auf den Weg gibt.

Darüber hinaus gibt es auch zahlreiche Studien, die zum Beispiel die Wirksamkeit der Sportprojekte analysieren. Viele davon sind übrigens öffentlich verfügbar im Journal of Sport for Development.

Und auch Laureus Sport for Good arbeitet eng mit der Wissenschaft zusammen: Eine Analyse des Laureus Förderprojekts KICK im Boxring erbrachte, dass jeder investierte Euro der Gesellschaft mit einer Kostenersparnis in Höhe von 3,43 € zugutekommt!

 

NGOs und Projekte

Letztendlich zählt natürlich vor allem eins: Die Umsetzung der „Sport for Development“-Philosophie in die Praxis. Daran arbeiten gemeinnützige Organisationen wie Laureus, oft in Kooperation mit anderen Partnern.

Unser Leitsatz lautet „Sport for Good“, also den Sport einzusetzen, um etwas Gutes zu tun. Wie das in der Praxis geht, zeigen die Laureus Förderprojekte in Deutschland und Österreich. Dabei unterstützt die Laureus Stiftung sie nicht nur finanziell, sondern auch durch ihr Netzwerk, Trainings und strategische Beratung. So werden die zur Verfügung stehenden Mittel optimal und nachhaltig eingesetzt.

 

Zusammen für eine bessere Welt durch den Sport

Letztendlich gilt vor allem eins: In der „Sport for Development“-Bewegung gibt es zahlreiche Akteure und Interessen, die alle wie Zahnrädchen ineinandergreifen. Auch wenn deren Programme und Vorhaben manchmal verschiedene Namen tragen, arbeiten wir alle an einem gemeinsamen Ziel: Die Welt durch die soziale Kraft des Sports zu verbessern.

Die derzeit wohl größte Herausforderung ist dabei die Vernetzung und Kooperation, denn die weltweite Gemeinschaft kann viel voneinander lernen. Plattformen wie www.sportanddev.org spielen eine wichtige Rolle bei der Bündelung und dem Austausch von Wissen.

Daher ist Laureus auf globaler Ebene ein Mitglied im Steering Board von www.sportanddev.org und unterstützt so die Entwicklung im Bereich Sport for Development. Auf nationaler Ebene ist unser langfristiges Ziel, auch die Akteure im deutschsprachigen Raum so gut wie möglich miteinander zu vernetzen. Helfen Sie uns, diese Vision in die Tat umzusetzen!

Sinnvoll Spenden - Laureus Sport for Good Stiftung

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On April 6, 2018
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