#Niemals­Jemanden­Unterschätzen

Allgemein, Blog

25.08.2016

8.30 Uhr an einem leicht bewölkten Sonntagmorgen und der Handywecker will einfach nicht aufhören zu klingeln. Mühselig stehe ich auf, um mich für den Tag und dessen Herausforderungen bereit zu machen. Noch halb im Schlaf frage ich mich, was machen wohl andere an einem bewölkten Sonntagmorgen in Berlin? Vielleicht noch schlafen oder sich nochmal im Bett auf die andere Seite legen?

Ich jedenfalls nicht, denn heute findet das 6. Beachvolleyballturnier der Eisbären-Fans statt, auch dieses Jahr mit einem Team des Laureus Sport for Good Projekts KICK on Ice.

Wie schon letztes Jahr gab es die Einladung über Facebook, mehrere Posts dazu und dann kam durch unsere Projektteilnehmer und deren Freunde ein Team zusammen. Wir waren wieder am Start, unser Teamname rief bei der Anmeldung eine positive Zustimmung durch die Organisatoren hervor. „Ach cool, Ihr wart doch letztes Jahr schon dabei, klasse. Wir freuen uns sehr auf Euch!“

Doch dieses Jahr wurde es anders als letztes Jahr. Treffpunkt war um 11.30 Uhr am Veranstaltungsort, doch als ich dort ankam, standen die Kids schon fertig umgezogen am Eingang und begrüßten mich freundlich. Ich rieb mir kurz die Augen und dachte bei mir: „Wow, was war den in dem Kaffee drin?“ Die Kids sind vor dem Coach schon da – letztes Jahr kamen fast alle 10 bis 20 Minuten später und mussten sich dann noch umziehen, heute dann so was. #StolzerKannMan(n)NichtSein

Auch einige neue Gesichter waren am Start, ich kannte ihre Namen zwar nicht, dafür sie aber meinen: „Das ist Phil oder Karre. Also der Coach oder der Kapitän“, wurde ich vorgestellt. Insgesamt waren wir zehn Spieler, es dürften aber maximal acht Spieler in einem Team sein, was nun?

Nach der Erwärmung, einer kurzen Dehnung und der Spieltaktik ging ich zur Turnierleitung. Es gab einen sportlichen Handshake und einen kleinen Smalltalk, danach war das Problem gelöst. Wir gründeten spontan ein zweites Team: „Kick on Ice II“. Und –ZACK – entstand das nächste Problem, wer geht in welches Team? „Ne man, den will ich nicht dabei haben, der ist zu schlecht“ tönte es zu Beginn. Zwei Teams mit ungefähr gleicher Leistungsstärke zu formieren war gar nicht so einfach, aber wir hatten keine Zeit mehr für Diskussionen. Und als der Kader für Team „Kick on Ice II“ stand, hat sich keiner beklagt, ganz im Gegenteil: Es wurden in beiden Teams schon neue Taktiken besprochen sowie Stärken und Schwächen analysiert. Die Kids haben mich echt überrascht dieses Jahr, völlig organisiert und fokussiert.

Als die Sonne dann endlich rauskam, ging das Turnier los. Es wurden spannende Spiele ausgetragen, man konnte gute Aktionen sehen und einige flüssige Spielbewegungen. Das Training mit KICK und dem Flag Football zahlte sich aus! Die Vorrunde war vorbei, einige Spiele gingen verloren, aber die Entscheidungsrunde stand noch aus. Beide KICK-Teams hatten es in dieselbe Endrundengruppe geschafft. Jetzt ging es nochmal um alles!

Als jedoch das zweite Spiel gegen „Biertrinkende Erwachsene Pokémon Go-Spieler“ nach einer Fünf-Punkte Führung verloren ging und es dumme Kommentare von denen hagelte, fühlte ich mich etwas wie Stephan Curry #30 von den Golden State Warriors (nach den verlorenen Finals 2016). Aber schnell merkte ich, dass die Stimmung im Team darunter litt, also schüttelten wir schnell die Niederlage ab und bereiteten uns auf das letzte Spiel gegen „KICK on Ice II“ vor. Das war sowieso das beste Spiel des Tages. Am Ende landeten wir auf den Plätzen 14 und 15. Die Kids hatten mächtig Spaß, jeder hat sein Bestes gegeben. Und einige Spieler sind über sich hinaus gewachsen und haben dafür Anerkennung bekommen! „Du bist doch gar nicht so schlecht, hast stark gespielt, cool, dass du in meinem Team warst.“ #WiederEtwasGelernt #NiemalsJemandenUnterschätzen

Wir bedankten uns mit einem fairen Handschake bei jedem Team, auch den „biertrinkenden Erwachsene Pokémon Go-Spielern“ (das war aber nicht deren Teamname) und bei der Turnierleitung. Wir freuen uns schon auf das nächste Mal, vielleicht wieder mit zwei Teams und jeder Menge Spaß. Wie im letzten Jahr schon gehen wir alle mit Sand auf dem Kopf und in der Hose nach Hause.
#SandkastenzeitIstDochDieSchönsteZeit

Autor:
Phil Karrenbauer ist seit fünf Jahren Teil des KICK on Ice Projekts, seit einem Jahr unterstützt er das Team als Übungsleiter und nutzt die Sommerpause bei KICK on Ice, um den Kids die Laureus Werte Teamgeist, Respekt und Willensstärke mittels Flag-Football beizubringen. Für ihn selbst ist es nicht nur eine Herausforderung, sondern ein enormer Zugewinn, mittlerweile nicht mehr Teilnehmer, sondern Trainer zu sein.

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On August 25, 2016
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