Neue Möglichkeiten für Mädchen durch den Fußball

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20.06.2016

„Es ist unglaublich – morgen werden wir mit Lehmann, Puyol, Cafu und Raúl kicken“, sagt Lara Wagner zu sich selbst.

Vier Fußballlegenden, die seit Jahrzehnten für Millionen Fans auf der ganzen Welt als Idole gelten. Mit ihren Ballkünsten auf dem Spielfeld haben sie sich verewigt, und „treffen“ konnte man sie normalerweise nur beim Zocken auf der Spielkonsole.

Aber an jenem Tag wurde für die 20-jährige Lara aus Berlin ein Traum wahr, als sie mit Carles Puyol, dem ehemaligen Star des FC Barcelona und der spanischen Nationalmannschaft, um den Ball kämpfte. Und weit und breit war keine Spielkonsole in Sicht.

 

Aus einem Hobby wird ein Lebensinhalt

Gemeinsam mit Fußballweltmeistern auf dem Spielfeld zu stehen – davon hatte Lara nicht einmal zu träumen gewagt. Und ihre Mutter auch nicht, die sich nie so wirklich damit anfreunden konnte, dass ihre Tochter fast ihre gesamte Freizeit auf dem Fußballplatz verbrachte. Ihr wurde jedoch schon bald klar, dass Lara mehr tat als nur „einem Ball hinterherzulaufen“. Dem von Laureus unterstützten Fußballprojekt „Kicking Girls“ ist es zu verdanken, dass ihre Tochter jetzt nicht nur als Trainerin aktiv ist, sondern auch ein Vorbild und eine Inspiration für die jüngeren Mädchen ist.

„Für mich ist es eine Grundregel, dass die Mädchen, die an meinen Trainingseinheiten teilnehmen, zusammenhalten, Rücksicht aufeinander nehmen und die anderen nicht beleidigen. Sie lernen, was es heißt, Teil eines Teams zu sein“, so Lara. „Jede Stunde, die sie mit dem Fußballspielen verbringen, ist eine Stunde weniger, in der sie sich mit den kleinen und großen Problemen des Lebens auseinandersetzen müssen. Beim Fußballspielen ist man einfach frei.“

 

Soziale Integration durch Fußball

Hannes Teetz, einer der Projektleiter von Kicking Girls, betont, wie der Fußball als sozialpädagogisches Instrument eingesetzt wird, um junge Mädchen mit Migrationshintergrund zu fördern und ihnen neue Möglichkeiten zu eröffnen.

„Kicking Girls arbeitet mit sozial benachteiligten Kindern. Diese Mädchen brauchen das sichere schulische Umfeld, da sie von sich aus nie zu einem Sportverein gehen würden“, erklärt Hannes.

Das Projekt besteht aus vier Kernelementen: dem Training selbst, Wettkämpfen zwischen verschiedenen Teams aus der Region, Sommercamps und der Möglichkeit, selbst ein Coach zu werden. Kicking Girls soll den Mädchen Freude und Spaß am Fußballspielen vermitteln – und dem Wort „Erfolg“ eine neue Bedeutung verleihen. Am Ende jedes Turniers verlässt jedes Mädchen das Feld mit einer Medaille.

 

Mehr Selbstvertrauen in einer neuen Kultur

Das Projekt wird auch von der deutschen Fußballlegende Jens Lehmann unterstützt, der in seiner Rolle als Laureus Sport for Good Botschafter in das Programm involviert ist. Als Schirmherr des Projekts Kicking Girls hat er bereits viel Zeit mit den Mädchen verbracht, sie inspiriert und auch den Projektleiter bei seiner Arbeit unterstützt.

Lehmann ist stolz darauf, wie sich die Projektteilnehmerinnen entwickelt haben, und voller Überzeugung, dass Kicking Girls das Selbstvertrauen der Mädchen fördert – was in der Schule aufgrund sprachlicher Barrieren oft nicht der Fall ist.

„Es ist toll, die Augen der Kinder zu sehen, wenn sie beim Fußballspielen lachen und Spaß haben. Wenn sie ihr gewohntes Umfeld verlassen – was manchmal schwierig sein kann –, dann gewinnen sie an Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl“, so Lehmann.

Die Torwartlegende glaubt fest daran, dass den Projektteilnehmerinnen eine vielversprechende Zukunft bevorsteht, wenn sie sich weiterhin so sehr anstrengen und aus dem Projekt neue Fähigkeiten fürs Leben mitnehmen.

 

Stars zum Greifen nahe

Projektleiter Hannes weiß Lehmanns Engagement für Kicking Girls zu schätzen und erzählt, wie der ehemalige Nationalkeeper eines der Projekte in Nürnberg besuchte, ohne dass Medienvertreter anwesend waren.

„Für uns und die Mädchen war es großartig zu sehen, dass sich die Botschafter wirklich für die von Laureus unterstützten Projekte interessieren.“

Lara, die seit zehn Jahren in Kicking Girls involviert ist, erlebte ihr persönliches Highlight beim Laureus Sport for Good Jam, der vor der Verleihung der Laureus World Sports Awards 2016 in Berlin stattfand. Bei diesem Event hatten Laureus Sport for Good Botschafter und Academy-Mitglieder die Gelegenheit, Zeit mit jungen Projektteilnehmern aus der Region zu verbringen.

Lara denkt sehr gern an ihre zufällige Begegnung mit Raúl und Carles Puyol zurück. Die beiden Stars zeigten sich äußerst bodenständig und schufen so eine familiäre Atmosphäre. Steif und förmlich – das war der Laureus Sport for Good Jam ganz sicher nicht.

„Wir brauchten keine Aufwärmspiele und mussten einander nicht vorgestellt werden“, erzählt Lara. „Der Fußball hat uns sofort miteinander verbunden.“

„Raúl und Puyol machten auch bei einer unserer Übungen mit, wo man Händchen haltend kicken musste. Und genau das ist es – genau das verkörpert Laureus. Egal, woher du kommst oder für welchen Verein du spielt, bei Laureus gehören alle zusammen.“

„Es war toll, die Helden meiner Kindheit zu treffen. Dieser Tag war etwas ganz Besonderes für mich und ich werde ihn noch sehr, sehr lange in Erinnerung behalten – allein schon wegen des Fotos, auf dem Puyol und ich um den Ball ‚kämpfen‘.“

Auf dem Spielfeld ist der Ball das Einzige, was für Lara zählt – und nicht die Person, die ihm hinterherjagt.

Ähnliche Geschichten wie von Lara finden Sie hier: www.laureus.com/realheroes

 

Das Projekt im Überblick

„Soziale Integration von Mädchen durch Fußball“ – das ist der Grundgedanke von Kicking Girls. Das in ganz Deutschland aktive Projekt, das seit 2009 von Laureus Sport for Good unterstützt wird, baut an Schulen mit hohem Migrationsanteil (80 Prozent) Mädchenfußballteams auf. Zielgruppe von Kicking Girls sind Mädchen zwischen sechs und zehn Jahren, die aufgrund ihres gesellschaftlichen, finanziellen oder kulturellen Hintergrunds nur schwer Zugang zum Sport finden. Über den Fußball gewinnen die jungen Projektteilnehmerinnen Selbstvertrauen und entwickeln soziale Kompetenzen wie Teamgeist, Toleranz und Verantwortungsgefühl. 70 Prozent der Coaches sind weiblich; die meisten von ihnen nahmen früher selbst am Projekt teil. Ehemalige Fußballlegenden wie Laureus Sport for Good Botschafter Jens Lehmann engagieren sich für Kicking Girls und statten den verschiedenen Standorten im ganzen Land regelmäßig einen Besuch ab. Seit der Gründung wurde Kicking Girls auf 17 deutsche Städte ausgeweitet. 104 Schulen beteiligen sich am Projekt, von dem jede Woche 1500 Mädchen profitieren.

 

Laureus Sport for Good in Deutschland/Österreich

Laureus Sport for Good fördert derzeit 16 sportbezogene Sozialprojekte in Deutschland und Österreich, deren Ziel es ist, jungen Menschen neue Fähigkeiten zu vermitteln und Gemeinschaften einander näherzubringen. Mit seiner Arbeit stellt sich Laureus gesellschaftlichen Herausforderungen wie Integrationsproblemen, Diskriminierung und Jugendkriminalität. Seit 2001 hat Laureus in Deutschland und Österreich mehr als 50.000 Kindern und Jugendlichen geholfen.

 

Laureus Real Heroes
Lara Wagner und Hannes Teetz, Projektteilnehmerin und Projektleiter, Kicking Girls
Berlin, Deutschland
Unterstützende Academy-Mitglieder: Raúl, Carles Puyol
Unterstützender Laureus Sport for Good Botschafter: Jens Lehmann

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On Juni 20, 2016
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