Lehren und lernen – wie Pau als Snowboardlehrerin bei HIGH FIVE Kindern die ersten Kurven und Tricks beibringt und umgekehrt auch so einiges von ihnen lernt

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31.10.2018

Das Konzept des Laureus Förderprojekts HIGH FIVE basiert auf der Überzeugung, dass durch Sport wichtige emotionale, soziale und integrative Fähigkeiten vermittelt werden können. In dem Sportprogramm erlernen die Kinder und Jugendlichen über die körperliche Erfahrung, die Gemeinschaft und die neuen Herausforderungen eine Vielzahl von neuen Fähigkeiten. Dazu werden die sinn- und identitätsstiftenden Sportarten Skateboarden und Snowboarden genutzt.

 

Von Pauline Schmidt

„Snowboarden lebt von seinen Individuen“ hat das Pleasure Snowboard Magazin einmal geschrieben. Genau das habe ich auch bei HIGH FIVE erlebt. Dort bin ich als ausgebildete Snowboardlehrerin dank einer Portion Glück vor ein paar Jahren gelandet.

Bildquelle: HIGH FIVE

Beginnend vom Schnupperkurs übers richtige Kurvenfahren bis hin zu den ersten kleinen Sprüngen, durchlaufen die Jugendlichen den Winter über verschiedene Stadien. Den HIGH FIVE Koordinatoren gelingt es dabei immer wieder aufs Neue, den besonderen Vibe des Snowboardens auch in einem organisierten Programm zu vermitteln – keine Selbstverständlichkeit bei einem Sport, der so sehr auf Freiheit und Individualität basiert. Hier geht es nicht um den Wettkampf oder das eigene Ego. Es geht ums Snowboarden an sich, Freundschaft und Respekt. Und genau das lernen die Kinder, und ich wiederum lerne auch einiges von ihnen.

Am Anfang eines Kurses habe ich jedes Mal sehr unterschiedliche Kids vor mir stehen, aber mit der Zeit wachsen sie immer mehr als Gruppe zusammen. Am Ende des Programms frage ich mich oft, wodurch dieser starke Zusammenhalt eigentlich entstanden ist. Vielleicht liegt es ja gerade an den verschiedenen Persönlichkeiten. Die unterschiedliche soziale Herkunft, die zum Teil prekären Hintergründe der Kids formen die Gruppe – und zwar trotz aller Herausforderungen am Ende immer zum Positiven. Man motiviert sich und man hilft sich, wird immer mehr vom Einzelkämpfer zum Teamplayer. Schon morgens rufen sich die Kids manchmal gegenseitig an, um sicher zu gehen, dass keiner verschläft und man gemeinsam mit dem Zug ins Skigebiet fährt. Hallo Nachhaltigkeit! Und so manches witzige Zugerlebnis gibt es gratis dazu. Apropos gratis: dass den Teilnehmer*innen alles gestellt wird und somit der Zugang zum Sport überhaupt erst ermöglicht wird, finde ich großartig.

Snowboarden ist anfangs enorm anstrengend. Aber sobald der erste Turn gelungen ist, der erste Sprung gestanden wurde und sich dann auch noch eigene Tricks ausgedacht werden, merken die Kids: die Anstrengung ist es wert.

Für mich als Coach ist neben dem Sport auch der respektvolle Umgang miteinander sehr wichtig. Und interessanterweise vermittelt das eine genau das andere. Denn durch das Brett sind sie miteinander verbunden und halten als Team zusammen. Klar gibt es auch Barrieren, beispielsweise bei der Mentalität oder der Sprache, aber ich staune immer wieder über die Sozialkompetenz vieler Teilnehmer, auch wenn sie noch so jung sind.

Auf dem Berg richten wir uns immer nach dem Schwächsten der Gruppe und dann wird geshreddet. Aber nicht jeder nur für sich, sondern immer auch alle miteinander. Es wird sich gegenseitig zum Weitermachen motiviert, wenn es beispielsweise nach der Mittagspause mal einen kleinen Durchhänger gibt. Meist stehen die Kids aber sowieso schon ready mit dem Brett unter dem Arm vor mir und wollen wieder los.

Mein Fazit: Bei HIGH FIVE erlebe ich Herausforderungen aller Art, lerne „Hallo“ in sieben Sprachen, schwebe am Ende der Saison in Euphorie und werde mit positiven Erfahrungen bereichert. Ich habe bei HIGH FIVE erfahren, dass die Kids ihr Ding durchziehen und gleichzeitig in einer Gruppe zusammenhalten. Denn eben: „Snowboarden lebt von seinen Individuen.“

 

https://www.wearehighfive.com/

 

 

 

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On Oktober 31, 2018
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