Arbeitsweise Laureus Stiftung

Laureus Sport for Good in München

Blog

04.05.2018

Erwartung und Realität – das sind zwei Dinge, die bekanntermaßen selten übereinstimmen. Johanna ist seit Februar Praktikantin bei Laureus Sport for Good in München. Hier berichtet sie von dem Arbeitsalltag in der Laureus Stiftung – und warum dieser ganz anders ist, als sie erwartet hat. 

 

Was macht eine Stiftung eigentlich so den ganzen Tag?

– diese Frage ist sicher dem einen oder anderen schon einmal durch den Kopf gegangen. Und auch ich habe mich genau das Gleiche gefragt, als im April 2017 die Praktikumsausschreibung von Laureus Sport for Good in mein Email-Postfach flatterte.

Weitergeleitet hatte sie mir Sascha, die Leiterin des sozialen Sportprojekts Körbe für Köln, bei dem ich mich neben dem Studium engagierte. Bis dahin kannte ich Laureus nur aus dieser Perspektive: als Förderer unserer Trainings und Events in und um Köln. Damals wusste ich auch noch nicht, dass unsere Projektförderung nur die Spitze des Eisbergs von dem ist, was bei Laureus Sport for Good hinter den Kulissen abläuft.

Also fragte auch ich mich: Was macht das Team in München? Und lohnt es sich, meinen Uniabschluss noch einmal ein halbes Jahr aufzuschieben, um in die Arbeit der Stiftung hineinzuschnuppern? Um ganz ehrlich zu sein, hatte ich das eine oder andere Vorurteil.

„Stiftung“ – das klingt nach viel Bürokratie und wenig Aktionismus.

Aber je mehr ich mich über Laureus informierte, desto besser verstand ich: Körbe für Köln ist nur eines von über 100 sozialen Sportprojekten weltweit. Laureus ist eine globale Bewegung, die mit der Kraft des Sports die Welt verändert. Mir wurde klar: Davon möchte ich ein Teil sein.

Jetzt – knapp ein Jahr später – sitze ich hier im Büro in München und schreibe diesen Blog über all die Aufgaben und Anfragen, die täglich auf den Tischen des Laureus Sport for Good Teams landen. Es gibt stets viele Themen zu diskutieren und das machen wir vor allem jeden Montag in unserem Teammeeting.

Teammeeting Laureus Stiftung München

Dabei stehen zahlreiche Fragen im Raum: 

  • Macht eine Anfrage Sinn und können wir sie mit unserem kleinen Team stemmen? 
  • Lohnt sich der Aufwand für den Nutzen, z.B. durch Spenden?
  • Verlangen wir zu viel von einzelnen Projekten oder Botschaftern?

Schon an dieser Stelle blocken wir einige Anfragen ab, mit denen wir gar nicht erst an die Projekte oder Botschafter herantreten. Neben den gemeinsamen Entscheidungen haben die regelmäßigen Meetings einen weiteren Vorteil: Jeder weiß über die Arbeit der anderen Teammitglieder Bescheid. Und das ist bei Laureus extrem wichtig, denn die Aufgabenbereiche überlappen sich ständig.

 

Ein eingespieltes Team

Bei einem Projektbesuch zum Beispiel: Hier sind alle Bereiche involviert, Kommunikation, Projekte, Botschafter. Zunächst muss ein Termin für das jeweilige Projekt und den Botschafter gefunden werden. Dann wird ein Ablauf erstellt.

Benötigen wir Film- oder Fotoaufnahmen für die Kommunikation und Presse? Dafür dürfen Genehmigungen der Teilnehmer natürlich nicht fehlen. Zu Beginn des Projektbesuches sollen alle Anwesenden begrüßt und gebrieft werden. Also wird ein Leitfaden erstellt und ein Wording geschrieben. Braucht der Botschafter noch ein Laureus Outfit? Und wer von unserem Team wird vor Ort sein, um die Fäden zusammenzuführen?

Laureus - Stiftung MünchenUm all diese Fragen zu klären, gehen viele Anrufe ein und zahlreiche Emails schwirren durch die Postfächer des ganzen Teams. Da gilt es den Durchblick zu behalten! Am Anfang war ich von der Informationsflut etwas überwältigt, mittlerweile habe ich einen guten Überblick über alle für mich relevanten Infos.

Neben dem Bereich Kommunikation und dessen vielfältige Herausforderungen gibt es viele weitere Alltagsaufgaben, wie in jedem anderen Unternehmen auch: Post holen, Projektbewerbungen sichten, Rechnungen bezahlen oder Besucher empfangen.

Aber eines ist klar: Meine Erwartung und mein eingestaubtes Bild von der Stiftungsarbeit entsprechen keineswegs der Realität. Das Kernteam von Laureus Sport for Good besteht aus fünf Mitarbeitern und zwei Praktikanten. Dadurch sind die Kommunikationswege kurz und Entscheidungen fallen schnell. Bürokratie? Fehlanzeige! Wer eine gute und realisierbare Idee hat, kann sie nach Rücksprache direkt umsetzen.

 

Eine globale Bewegung

Bei alldem ist die Internationalität von Laureus auch in unserem Arbeitsalltag zu spüren. Wir sind im regelmäßigen Kontakt mit der weltweiten Stiftung von Laureus in London – schließlich verfolgen alle Laureus Länderstiftungen eine globale Strategie. Und auch auf nationaler Ebene steckt sich Laureus Sport for Good Germany & Austria hohe Ziele. Das Team will nicht nur Spenden sammeln und an die Förderprojekte weiterleiten.

Laureus Sport for Good Foundation Germany, Austria in MünchenDie Laureus Stiftung hat einen höheren Anspruch: Die Projekte sollen sich durch die Förderung der Laureus Stiftung weiterentwickeln, ihre Prozesse effizient gestalten, die finanziellen Mittel optimal einsetzen und weitere langfristige Partner finden. Ganz wie Startups in der Wirtschaft eben, die durch einen Investor gefördert werden und so schneller wachsen.

Denn das ist es doch, was der Sport letztendlich ist: eine Investition in die Gesellschaft.

Mit dieser Vision vor Augen arbeitet das Team unermüdlich – alle mit dem gleichen Ziel: unsere Gesellschaft durch die soziale Kraft des Sport zu verbessern.

Also, was machen wir hier den ganzen Tag in unserem Büro in München?

Weit mehr, als ich vor meinem Praktikum bei Laureus erwartet hatte!

 


Autorin: Johanna Maier ist neben ihrem Sport Management Studium ehrenamtlich als Teamerin im Laureus Förderprojekt Körbe für Köln aktiv und unterstützt den Verein tatkräftig bei Events, Angeboten sowie bei organisatorischen Aufgaben. So ist sie auch auf die Ausschreibung der Laureus Stiftung in München aufmerksam geworden und absolviert dort derzeit ein sechsmonatiges Praktikum im Bereich Kommunikation.

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On Mai 4, 2018
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