Körbe für Köln

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02.10.2014

„Sport hat die Kraft, die Welt zu verändern. Er hat die Kraft, zu inspirieren. Er hat die Kraft, Menschen zu vereinen, wie es sonst nur weniges kann. Sport kann Hoffnung erwecken, wo vorher nur Verzweiflung war.“ (Nelson Mandela)

Das Laureus Sport for Good Projekt Körbe für Köln e.V. ist eine Partnerinitiative von der Deutschen Sporthochschule Köln, RheinEnergie Stiftung Jugend, Beruf, Wissenschaft, Sportamt und Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Köln sowie dem Stadtsportbund Köln e.V. In Wohngebieten mit besonderem Förderbedarf bieten wir kostenfreie Streetballangebote für Alle an und vernetzen diese zu Vereinssportangeboten und Angeboten zur Berufsorientierung. Neben vielen offenen Trainings in ‚Brennpunkt’-gebieten organisieren und unterstützen wir auf das Jahr verteilt auch viele Events, Aktionen, eine eigene Streetball-Cup-Serie und viele Stadtteilfeste. Die Kinder und Jugendlichen sollen in und über den Sport Spaß und Freude erleben, an eine gesunde Lebensführung herangeführt, in ihrer Persönlichkeit gestärkt werden und neue Freunde kennenlernen. Das Sozialprojekt leistet hierbei unterstützt durch die Laureus Sport for Good Stiftung Deutschland / Österreich, die congstar GmbH, das Bund-Länder-Programm Integration durch Sport und viele alle Förderer vorbildhafte Integrationsarbeit. Die Maßnahmen werden von ehrenamtlichen jungen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, mit und ohne Handicap betreut, gestaltet und begleitet. Die Kinder und Jugendlichen werden selbst auch zu aktiven Mitgestalter von Freizeitangeboten und Events, wobei z.B. auch Sport meets Youth-Culture (im Graphity, mit Breakdance, Raps, u.a.) realisiert wird. Partizipation ist bei uns gelebte Realität!

Ganz wichtig für uns ist – und hier unterscheiden wir uns von der Mitgliedsstruktur von Sportvereinen: Alle Sport- und Bewegungsangebote sind offen für Alle! Unser Fokus liegt bei der Arbeit aber insbesondere auf diejenigen, die einen besonderen Unterstützungsbedarf haben (z.B. Kinder und Jugendliche aus ökonomisch schwachen Hintergründen, Flüchtlingskinder und andere Kinder mit Migrationshintergrund, die in Deutschland erst noch Fuß fassen und ankommen müssen, junge und ältere Menschen mit Handicap wie z.B. Rollstuhlfahrer/innen). Das Projektteam hat mit diesem Sport für Alle Ansatz bereits verschiedene Preise gewonnen, unter anderem den Bundespreis für Demokratie und Toleranz gegen Rassismus und Extremismus (2011) und den Katjes-Preis für Integration durch Sport (2014). Anfang des Jahres wurden wir vom Bund-Länder-Programm als Stützpunktverein Integration durch Sport für NRW ernannt (2014). Viele unserer Teamer und jungen Sportbetreuerinnen und Sportbetreuer haben in den vergangenen Jahren Ehrenamtsstipendien erhalten oder über die Arbeit im Sozialverein eine Karriere im Ehrenamt gestartet, die ihnen später auch beim eigenen beruflichen Einstieg geholfen hat, da sie über ihr Engagement wichtige Schlüsselkompetenzen erworben haben.

Ein Beispiel für eine gelungene Integration im und über das Laureus Projekt Körbe für Köln e.V. ist Aisha Z.:

Aisha ist Flüchtlingskind, eine von 3 Kindern von Eltern aus Pakistan, und fand 2010 ihren Weg zum Sozialprojekt: zunächst als aktive Teilnehmerin aktiv, engagierte sie sich schnell selbst als Sozial-Praktikantin und Ehrenamtlerin in unserem Verein u.a. bei Aktionen, Events und Ferienaktionen und später mit einem eigenen Mädchenangebot in Köln Porz, einem Wohngebiet mit vielen jungen Menschen mit besonderem Förderbedarf. Aisha war von Anfang an höchst engagiert bei ihrem Einsatz und schuf eine sozial engagierte Brücke zwischen den Kulturen. Sie ist Vorbild für andere, spricht und versteht selbst fünf Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Urdu, Punjabi, Hindi) und motiviert andere Kinder (besonders Mädchen und junge Frauen) mit Migrationshintergrund und Kinder aus einkommensschwachen Familien, sich über das Sportprojekt zu integrieren. Obwohl Aisha in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, hatte sie 22 Jahre lang keinen dauerhaften Aufenthaltsstatus. Ihre Familie hatte von einer Härtefallkommission einen Aufenthaltstitel aus humanitären Gründen erteilt bekommen, den sie alle drei Monate wieder und wieder verlängern mussten. Erst vor ein paar Wochen haben Aisha und ihre Geschwister, die ja eigentlich in Deutschland geboren und groß geworden sind, eine Niederlassungserlaubnis erhalten. Sie beantragen nun auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Aisha ist nicht nur sozial engagiert, sondern auch eine intelligente junge Frau, derzeit Studentin der Humanmedizin. Sie hat in der Vergangenheit viele Auszeichnungen erhalten, wie z.B. den Physikpreis der „Deutschen Physikalischen Gesellschaft“ (2012), den Preis „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2011″ und Preise für hervorragende Schulleistungen jährliche zwischen 2005-2009. Sie ist aktuell Stipendiatin bei „Geh‘ deinen Weg“ der Deutschlandstiftung Integration unter der Schirmherrschaft von Angela Merkel und bei der Volker-Staufert-Stiftung (2014, auch 2012, 2013). Im Jahre 2012 war sie Stipendiatin beim Landessportbund NRW (Impulssportstipendium für junges Ehrenamt im Sport) und von 2009 bis 2010 beim „Talent im Land“ der Robert-Bosch-Stiftung und Baden- Württemberg-Stiftung.

Ohne sozial engagierte junge Menschen wie Aisha würde unser Laureus Projekt, aber auch die Integration durch Sport für Alle nicht funktionieren. Wir arbeiten im Laureus Projekt Körbe für Köln e.V. mit 45 Ehrenamtler/innen zusammen und sind dankbar für ihre Unterstützung.

Autorin:
Aisha ist seit 4 Jahren aktive Ehrenamtlerin und Teamerin für den Körbe für Köln e.V. Da ihre Eltern aus Pakistan sind, spricht Aisha verschiedene Sprachen und hat besondere interkulturelle Kompetenzen. Sie ist damit in unserem Laureus Projekt Körbe für Köln e.V. eine wichtige Brücke zwischen Kulturen und Religionen der Zielgruppen. Sie studiert aktuell Medizin, um auch im Anschluss an ihr Studium anderen Menschen helfen zu können.

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On Oktober 2, 2014
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