„Sport ist eine gute Schule für das Leben!“

„Sport ist eine gute Schule für das Leben!“

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23.07.2019

AMG-Markenbotschafter und Laureus Sport for Good Botschafter Maro Engel hat seine Daseinsberechtigung im Motorsport längst unter Beweis gestellt. Dass der Weg dahin jedoch einige Hürden mit sich brachte und wie er diese überwunden hat, erzählt er im Interview.

Herr Engel, seit letztem Jahr sind Sie Laureus Sport for Good Botschafter, haben sich davor durch Ihre Schirmherrschaft bei Passion for Good, einer Initiative, bei der AMG pro gefahrenen Führungskilometer Geld spendet, mit der Stiftung beschäftigt. Woher stammt Ihr Engagement?

Maro Engel: Ich bin sehr privilegiert aufgewachsen und darf nun meine Leidenschaft als Beruf ausüben. Zurückgeben ist daher etwas, was mich sehr beschäftigt. Die Laureus Stiftung habe ich auch lange vor AMG Passion for Good schon beobachtet. Kinder zu unterstützen und zu fördern, die nicht die Möglichkeiten haben, die ich und meine Kollegen genossen haben, finde ich sehr wichtig. Als sich durch Mercedes-AMG die Möglichkeit ergeben hat, mit Laureus bezüglich des Projekts Passion for Good zusammenzuarbeiten, war das für mich selbstverständlich. Das Kennenlernen der Projekte und der Kinder hat mich dann ermutigt, mich noch stärker zu engagieren. Ich bin stolz, Laureus Botschafter zu sein und der festen Überzeugung, dass Sport Werte vermittelt, die im Leben unabdingbar sind und die einen auf die richtige Bahn bringen.

Lernen auch Sie noch etwas dazu, wenn Sie – wie zuletzt bei der Formel E in Berlin – mit den Projektkindern ins Gespräch kommen?

Engel: Auf alle Fälle! Man tauscht sich mit den „Kids“, die teilweise schon Jugendliche sind, aus und hört sich ihre Erfahrungen an. Dabei nimmt man einiges für sich selber mit. Berlin war ein super Beispiel, da alle drei vertretenen Projekte ein ähnliches Ziel verfolgen, dies aber durch unterschiedliche Sportarten (Eishockey, Boxen, Surfen) umsetzen. Das Ergebnis sind begeisterte Kids, die eine Zukunft und eine Perspektive sehen, die die richtigen Werte mitbekommen und somit einen positiven Start ins Leben und in die Arbeitswelt haben. Die energiegeladenen und fröhlichen Kinder zu sehen, ist auch für mich eine Bereicherung.

Profisportler beginnen meist in sehr frühen Jahren, ihre Karriere aufzubauen. Wer hat Ihnen damals den Rücken gestärkt und an Sie geglaubt?

Engel: Meine Eltern waren meine größte Unterstützung; das sollte eigentlich selbstverständlich sein, leider ist dem nicht immer so. Zusätzlich war es für mich wichtig Vorbilder zu haben, an denen ich mich orientieren konnte. Ich hatte das Glück, Michael und Ralf Schuhmacher sowie Bernd Schneider näher zu kennen und ihre Herangehensweise an den Sport mitzubekommen und davon zu lernen. Diese Vorbildfunktion sehe ich auch bei uns Botschaftern – trotz engen Austauschs auf Augenhöhe mit den Kindern. Das Schöne am Sport ist doch, dass man sich eigene Ziele setzen und auf diese hinarbeiten kann. Das fordert natürlich schon in frühen Jahren zielgerichtetes Denken und eine professionelle Einstellung. Das Ziel, Rennfahrer zu werden, hat mein Leben gestaltet. Ich musste auf Sachen verzichten und ordnete meiner Karriere vieles unter. Der Sport war und ist für mich eine gute Schule für das Leben und für die richtigen Werte.

Neben Ihrem Job als Rennfahrer im Mercedes-AMG GT3 sind Sie in der Formel E dieses Jahr in der laufenden Saison nicht als Rennfahrer, sondern als TV-Experte dabei. Wie ist es, auf der „anderen Seite“ zu sitzen?

Engel: Es macht mir einfach Spaß, meine Eindrücke und Erfahrungen weiterzugeben und dem Publikum unseren Sport näher zu bringen. Bei der Vielzahl an Rennen, die es mittlerweile gibt, ist es auch interessant, es mal aus der Sprecherkabine heraus zu sehen. Dennoch denke und hoffe ich, dass ich noch viele Jahre hinter dem Lenkrad sitzen werde.

Was lernen Sie durch schlechteren Zeiten und wie geben Sie dies an die Kinder weiter?

Engel: Ich habe in meiner Karriere mehrere Rückschläge erlebt: Beispielsweise haben wir in meiner Juniorkarriere eine falsche finanzielle Entscheidung getroffen und ich musste die Saison nach vier Rennen abbrechen, da meine Familie sich damals den Motorsport nicht leisten konnte. Ich habe daraufhin anderthalb Jahre bei fremden Firmen geklingelt und nachgefragt, ob ich ihnen mein Projekt vorstellen könnte. Das war eine extrem prägende Zeit, aber dadurch schätze ich umso mehr, dass ich jemanden gefunden habe, der an mich geglaubt und der es mir ermöglicht hat, wieder in den Sport einzusteigen. Auch als Profi gab es weitere Rückschläge, doch jeder Rückschlag ist auch eine Chance. Wenn man positiv bleibt und nicht aufgibt, kann daraus etwas noch Besseres entstehen – schließlich lernt man in den Momenten der Niederlage mehr als in Momenten des Siegens.

Bei Ihrer Ernennung zum Laureus Sport for Good Botschafter waren Sie bei dem Straßenfußball-projekt KICKFORMORE und haben unter Beweis gestellt, dass Sie sich nicht nur hinter dem Lenkrad wohl fühlen.

Engel: Es hat total Spaß gemacht mit den Kids und es war toll zu sehen, dass neben dem Sportlichen die positiven Werte in den Vordergrund gestellt werden und wie sich die Kinder gegenseitig unterstützen. Sie haben die Mentalität angenommen, dass zum Gewinnen auch faires Verhalten zählt. Fußball, als Teamsport, ist für mich immer besonders; jedoch wird oft vergessen, dass der Motorsport auch Teamsport ist. Jeder muss seinen Teil zum Erfolg beitragen und dafür sorgen, dass das System funktioniert – auch wenn am Ende nur der Fahrer auf dem Podium steht.

Laureus unterstützt soziale Sportprojekte immer auf langfristiger Basis und begleitet so Jugendliche über Jahre hinweg. Wie wichtig ist, mit Bezug auf Ihre eigene Karriere, eine langfristige Förderung?

Engel: Kindern zu vermitteln, dass man an sie glaubt und sie unterstützt, ist ganz wichtig und setzt wahnsinnige Kräfte frei, die dann oft zum Erfolg führen. Ich persönlich habe mit Mercedes-AMG meine Motorsport Familie, die hinter mir steht und mich seit zwölf Jahren unterstützt. Also versuche ich bei jedem Rennen, meinen Dank mit guten Ergebnissen auszudrücken. Natürlich gibt es mal schlechte Zeiten, doch gerade dann ist es unglaublich wertvoll zu wissen, dass jemand hinter einem steht, der an einen glaubt. Auf Laureus Sport for Good übertragen ist diese langfristige Unterstützung für die Kinder und für den Erfolg der Projekte unglaublich wichtig.

Die Laureus Förderprojekte verfolgen das Ziel allen Kindern und Jugendlichen, ungeachtet von Geschlecht, Herkunft, Glaube und Talent, den Zugang zum Sport zu ermöglichen. Gerade der Motorsport grenzt jedoch durch enorme Kosten sowie eine starke männliche Dominanz aus.

Engel: Sobald ein Fahrer, ob Mädchen oder Junge, einen Helm aufsetzt gibt es im Motorsport keinen Unterschied mehr. Es gibt viele Projekte die versuchen, Mädchen den Motorsport durch Kartfahren näher zu bringen.  Jedoch fahren einfach deutlich mehr Jungs Kart, was natürlich die Chancen erhöht, dass dabei ein Ausnahmetalent gefunden wird. Trotzdem gibt es keinen Grund, warum eine Frau nicht genauso erfolgreich sein sollte wie ein Mann. Um auf das Finanzielle zu sprechen zu kommen, ist der Motorsport leider schon in jungen Jahren eine unglaublich teure Sportart und hindert somit gewisse Talente, sich zu entwickeln. Allein schon das Training kostet bei uns überproportional viel Geld. Nichtsdestotrotz gibt es Beispiele von Jungs oder Mädchen, die es durch Förderungen schaffen, ihr Talent zu zeigen. Es ist jedoch eine schwierige Thematik, denn man kann so früh kaum erkennen, welcher der jungen Fahrer einfach mehr fahren müsste, um sein Talent zeigen zu können.  Der Erfolg hängt von vielen Faktoren ab – zum Beispiel auch vom Auto. Das ist die Besonderheit unserer Sportart und gerade da ist es wichtig, dass man sich a) auf sein Können verlässt und b) man weiterarbeitet und sich hinterfragt. Es ist eine Kombination, die auch außerhalb des Sports im Leben gilt. Sich selber einzuschätzen ist sicher eine der Sachen, die im Motorsport schwierig sind, aber auch sehr wichtig.

Welchen Wert, den Sie über den Sport gelernt haben, war in Ihrer Karriere am entscheidendsten? Und welche Message geben Sie den Kindern und Jugendlichen aus den Laureus Förderprojekten mit?

Engel: Zielstrebigkeit und Disziplin, denn man muss viel leisten, um Außergewöhnliches zu erreichen und man darf nie aufgeben. Sicher sollte man sich immer wieder einschätzen und einordnen, wo man sich im Vergleich zu seinem Ziel befindet, aber es ist ganz wichtig, weiterhin zielstrebig und professionell an seinen Zielen zu arbeiten. Wenn man Spaß dabei hat und nicht zu verbissen ist, bringt einen das sehr weit. Ganz wichtig ist natürlich auch das Thema Fairness. Wer unfair ist, mag eventuell einen kurzzeitigen Erfolg bewirken, aber langfristig fährt man damit die schlechtere Schiene. Deswegen ist es so wichtig und auch so schön, dass man die Werte über so viele verschiedene Sportarten und bei Laureus Sport for Good über so viele verschiedene Projekte den Kindern mitgeben kann.

 
Bildquelle: Kreutzer/Laureus

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On Juli 23, 2019
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