Darum Laureus.

Allgemein, Blog

16.12.2013

Im Jahr 2003 bin ich durch meine Nominierung als „Laureus Weltsportler mit einer Behinderung“ das erste Mal mit Laureus in Kontakt gekommen. Drei weitere Nominierungen sollten folgen. Die Preisverleihungen an faszinierenden Orten wie Monaco, St. Petersburg, Abu Dhabi oder Rio de Janeiro waren großartige und spannende Momente für mich als Sportler. Aber von Anfang an hat mich besonders die „Sport for Good Foundation“ interessiert. Ich war von der Idee fasziniert, dass sich die größten Sportlegenden unter dem Motto unseres kürzlich verstorbenen Schirmherren Nelson Mandela „Sport has the power to change the world“ zusammenschließen, um Kindern und Jugendlichen in sozialen Brennpunkten auf der ganzen Welt zu einem besseren Leben zu verhelfen.

Als ich im Jahr 2005 zum Laureus Botschafter ernannt wurde, empfand ich dies als große Ehre, vor allem aber als persönliche Verpflichtung, mich aktiv einzubringen. Als „Ambassador“ konnte ich in den letzten Jahren viele nationale Projekte besuchen – etwa „Kick on Ice“ in Berlin, „Move&do“ aus Stuttgart, das sich beim Laureus Weekend in München präsentierte oder „Körbe für Köln“, das ich erst kürzlich am „Tag der Menschen mit Behinderung“ im Mercedes-Benz Museum kennenlernen konnte, als ich als Laureus Botschafter einen Gastvortrag hielt. Beim intensiven Kennenlernen der Projekte wird deutlich, dass es auch bei uns viele benachteiligte Kinder gibt, die unsere Hilfe dringend benötigen. Dem wird die Laureus Stiftung in Deutschland und Österreich mit derzeit 12 nationalen Projekten, die bereits über 50.000 Kinder und Jugendliche erreicht haben, gerecht. Eine stolze Zahl!

Eines meiner bewegendsten Erlebnisse mit Laureus war der „Laureus Kilimandjaro Climb“ im Jahr 2010 mit Tennis-Legende und Laureus Academy Mitglied Martina Navratilova. Wir besuchten das MYSA-Fußball-Projekt in den Slums von Nairobi, das erste und inzwischen größte der derzeit 140 Projekte der internationalen Laureus Stiftung. Es war ein offensichtlicher Kontrast zwischen dem geregelten Betrieb von MYSA und dem Leben im Slum, der Heimat der Kinder. Der Erfolg der langjährigen Arbeit von Laureus wurde hier sehr deutlich. Den Projektbesuch verbanden wir mit der Besteigung des legendären Kilimandscharo. Martina, die damals gerade eine Krebserkrankung überstanden hatte und ich konnten als Sportler „mit Handicap“ zeigen, was mit Mut, Willen und Durchhaltevermögen möglich ist und so ein Beispiel geben. Darüber hinaus konnten wir mit der Aktion – mittels teilnehmender Fundraiser – 100.000 englische Pfund an Spendengeldern für die „Sport for Good Foundation“ einsammeln.

Ein Rückblick zeigt die Bedeutung, die die Kraft des Sports für mich persönlich hatte: Im Jahr 1987 erlitt ich als 19-jähriger Sportler nach einem Verkehrsunfall eine inkomplette Querschnittlähmung, eine minimale Restfunktion war der Strohhalm, an den ich mich klammerte. Der Sport gab mir die Motivation, mich nicht aufzugeben und hart an mir zu arbeiten und gleichzeitig war er das Werkzeug für die Rehabilitation. Heute sitze ich nicht mehr im Rollstuhl, bin einer der wenigen Profisportler in der paralympischen Szene und habe durch den Sport viel Selbstbestätigung und Anerkennung erfahren. Der Sport hat mein Leben massiv positiv beeinflusst und mir geholfen, aus einer aussichtslosen Situation das Beste aus mir zu machen.

Ich bin von der Kraft des Sports überzeugt, er kann das Leben jedes einzelnen verändern und er kann damit auch die Welt ein Stück weit zum Guten verändern. Laureus nutzt diese Kraft des Sports für sozialen Wandel, dabei möchte ich mitwirken, darum bin ich Botschafter von Laureus.

Autor:
Michael Teuber wurde 2005 zum Laureus Botschafter ernannt. Seit dem setzt er sich unermüdlich für die Stiftung ein und ist selbst Beispiel dafür, was trotz Handicap möglich ist. Im Jahr 2011 erhielt er den Laureus Medien Preis für das größte Engagement. Als Radrennfahrer gewann Teuber 4 mal Gold bei den Paralympics und holte 16 Weltmeistertitel. Für seine Leistungen wurde er 4 Mal für den Laureus World Sports Award nominiert.

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On Dezember 16, 2013
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