Auf dem Weg zum Profisport – Kick on Ice übernimmt Verantwortung

Allgemein, Blog

03.03.2016

Seit Ende September entwickelt sich bei Kick ein neues Projekt: „der Junior-Trainer“. Sieben Spieler/innen haben sich dazu bereit erklärt, ihre Freizeit einzuschränken, um dies zu unterstützen. Ist das der Beginn von etwas Großem?

Junior-Trainer, was ist das eigentlich?

Wörtlich übersetzt heißt es einfach: junger Übungsleiter. Aber für was? Und wen? Und wie? Und überhaupt, was steckt genau dahinter? Fragen über Fragen, die sich ein jeder von uns stellte und auf die wir alle Antworten suchten. Antworten, die wir nur bei ihm finden konnten: Jan Kaminski. Er war einer der zwei „Köpfe“ des Ganzen. Neben ihm gab es noch Marc Dannbeck – einst Verantwortlicher des Eisbärennachwuchses und Initiator von „Profis machen Schule“, heute in der Geschäftsführung tätig. Jan und Marc trafen sich damals eher zufällig und kamen ins Gespräch, woraus die Idee für dieses neue Projekt entstand. Keiner von uns hatte auch nur im Ansatz eine Ahnung, was es zu bedeuten hatte und was alles auf uns zukommen würde, doch wenige Tage später klärten sich die ersten Fragen bereits.

Dazu lud Jan alle Interessierten zu einer Versammlung ein und stellte uns seine Überlegungen genauer vor. Die Idee hinter dem Ganzen war, dass wir als zusätzliche Trainer den bereits aktiven Trainern unter die Arme greifen und die Kids motivieren sollten. Eine Weile saßen wir zusammen, ehe alle Fragenden ihre Antwort erhielten. Wir alle waren nach dieser Versammlung guter Dinge und hatten Lust darauf, es zu versuchen.

Eine Woche später kam es dann zu dem Tag, an dem wir eingeladen wurden uns alles anzuschauen. Und schon standen wir dort: An einem Sonntag, um sieben Uhr morgens auf dem Eis der Halle 2 in HSH, mit fünf Trainern und 20 Kindern, die uns mit verwundertem Blick anschauten. Ganz geheuer war denen das auch nicht, aber die Situation war sicherlich für alle ungewohnt. Ja, so ging das also los.

Hier ein Blick über die Schulter des Trainers, da einen umgefallenen Kegel wieder aufstellen, als Startpunkt stehen, abklatschen usw. – sozusagen das, was ein Lehrling im Betrieb so tut, bloß auf‘s Eishockeytraining übertragen. So entwickelten sich mit voranschreitender Zeit auch erste Gespräche zwischen den neuen Junior-Trainern und den Kindern und alle wurden lockerer. Am Ende gab es noch ein kleines Fangspiel: erst die Trainer gegen die Kleinen, dann andersherum. Für uns war dies ein gelungener Trainingsabschluss und wir waren sehr gespannt, was die Zukunft noch so bringen würde.

Auf dem heiligen Eis des Wellblechpalastes stehen zu können und den Profi-Nachwuchs zu trainieren, davon träumen doch sicher Einige – und wir bekamen genau diese Gelegenheit, wow! Alle waren hellauf begeistert und so wurde mit vollem Eifer die Einteilung für die kommenden Monate geplant. Sonntags, montags und dienstags fanden sich immer zwei bis drei KICK-Spieler/innen, die Zeit hatten – der Anfang war also gemacht!

Zu Beginn verlief alles noch ziemlich durcheinander, die Kinder und auch die Trainer mussten sich schließlich erst einmal an uns gewöhnen. Hier und da kam es dann auch mal vor, dass wir nur zugucken konnten, weil noch zwei bis drei Unterstützer von den Eisbären Juniors (Schüler) vor Ort waren. Blöd gelaufen, aber sei es drum.

Mit jedem weiteren Mal, das wir dort waren, wurde es besser. Die Kinder kamen nun auch von alleine zu uns und grüßten, fragten nach Hilfe oder wollten einfach was aus der Schule erzählen. Hier und da gab es auch die ersten kleineren Streitigkeiten zu lösen, wenn mal einer vordrängelte oder schubste, aber auch das konnten wir gut bewältigen, indem wir mit bestimmtem aber dennoch freundlichem Ton agierten. Die Akzeptanz der Kinder war da, ebenso wie von den Trainern, die uns zudem auch immer öfter lobten.

Es ist ein tolles Gefühl, ein Teil des Ganzen zu sein. All die Kinderaugen, die beim Erklären der Übung nur auf dich gerichtet sind, die lachenden Gesichter und die leuchtenden Augen beim Spielen danach. Aber auch der Stolz bei den Kleinen, wenn die Übung anfangs nicht zu bewältigen schien und sie wenige Versuche danach bereits besser lief. High Five vom Trainer und schon stieg die Motivation dieses kleinen Sportlers ins schier Unermessliche!

Unglaublich, wenn man bedenkt, wie alt diese Kids eigentlich sind. Hut ab vor dem, was sie da leisten!

Und wir selber, wir sind in dieser kurzen Zeit ziemlich schnell mit dieser Aufgabe gewachsen. Wir sind gespannt, was daraus entstehen wird, vielleicht sehen wir ja einen von uns in der Zukunft bei den Eisbären als lizensierten Trainer wieder? Wer weiß….

Autorin:
Jessica Biereigel – im Jahr 2009 machte Jessica das erste Mal Bekanntschaft mit dem Projekt „KICK on Ice“. Seither ist die Verteidigerin in ihrem Team „Flying Pucks“, einer der Basisspieler und hilft Einsteigern den Weg in das Projekt zu finden. Sie versucht den Jugendlichen die Werte des Projekts zu vermitteln, die sie selbst kennenlernte – wie Teamgeist, Disziplin, keine Diskriminierung anderer etc. Seit Oktober 2015 ist sie zudem an dem Projekt „Junior Trainer“ beteiligt und unterstützt zusammen mit sechs weiteren SpielerInnen die Laufschule der Eisbären Juniors Berlin.

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On März 3, 2016
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