Ambassadeurs Européens du Football Citoyen

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14.06.2017

Die Ausbildung zum Fußballbotschafter im Rahmen der EM 2016 hatte ein Ziel: Uns (18 junge Erwachsene) zu zeigen wie wir europäische Werte und Wissen durch Fußball vermitteln können. Durch die Einladung einer Partnerorganisation des Laureus Projekts Körbe für Köln e.V. konnte ich Teil dieses einzigartigen Projekts sein.

Warum reisen 18 junge Erwachsene und 2 Betreuer für eine Woche gemeinsam nach Souppes-sur-Loing? Denn viel zu bieten hat das kleine Städtchen eine Stunde außerhalb von Paris eigentlich nicht. Die „Villa des Sources“ (unsere Jugendherberge mit Streichelzoo), einen Bahnhof, zwei Bars im kleinen Stadtzentrum, eine Bowlingbahn und natürlich einen Fußballplatz. Das waren schon alle Highlights.

Aber genau darin lag irgendwie auch der Grundgedanke des Projekts: Wie einfach und unkompliziert man soziale Werte und Wissen durch Fußball als Instrument vermitteln kann – ein durchdachtes Konzept, zwei Tore, ein Ball und los geht’s!

Ambassadeurs Européens du Football Citoyen
Eine Woche lang drehte sich alles ums runde Leder und seine positive soziale Wirkung. Das Projekt „Ambassadeurs Européens du Football Citoyen“ (deutsch sinngemäß: Europa-Botschafter für den Sozialen Fußball) wurde im EM Jahr 2016 ins Leben gerufen. Es entstand in Zusammenarbeit zwischen der französischen Freiwilligen-Organisation Concordia (Partner des Körbe für Köln e.V.), der nationalen Agentur für Freiwilligendienste (l’Agence du Service Civique) sowie mit Football Supporters Europe (FSE), dem Netzwerk europäischer Fußballfans.

Der Großteil der Teilnehmer kam aus den verschiedenen EM-Gastgeber-Städten aus ganz Frankreich. Sie absolvierten das Training im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahrs und haben nach der Projektwoche ihre Städte auf die EM eingestimmt. Dabei sind sie z.B. mit Vorträgen und Spielen an Schulen gegangen, um dort Wissen über Europa und eine friedliche Fan-Kultur zu vermitteln.

Während der EM-Zeit wurden sie dann an sogenannten Fan-Botschaften von FSE eingesetzt. Dort waren sie an Spieltagen der erste Ansprechpartner für alle Anliegen und Probleme der internationalen Fußball Fans. Um alle Teilnehmer für solche Fragen rund um Europa und die EM fit zu machen, ist uns in mehreren Workshops das nötige Wissen an die Hand gegeben worden. Diese übernahmen unter anderem Vertreter von FSE und dem Maison de l’Europe (Europäisches Haus Paris).

Und wie genau vermittelt man nun europäische Werte und Wissen durchs Fußball spielen?
Der Sport wird hier mehr als Türöffner verstanden, der Kinder und Jugendliche aufnahmebereiter macht. Ein Beispiel: Das eben erzielte Tor zählt nur, falls mein Team danach die Hauptstadt von Irland nennen kann. So gibt’s automatisch einen Anreiz beim vorher im Klassenzimmer oder auf dem Spielfeld vermittelten Wissen über Europa besser aufzupassen.

Nach einigen Anregungen von Hugo und Benoît (unsere Betreuer von Concordia), haben wir uns im Laufe der Woche in verschiedenen Teams eine Reihe von Aktivitäten und Übungen ausgedacht. Das übergeordnete Prinzip war immer das gleiche: Kindern und Jugendlichen spielerisch und mit Spaß am Sport das große unbekannte Europa ein Stückchen näher bringen.

Ob das Ganze wie geplant funktioniert, haben wir im Anschluss natürlich selbst auf Souppes-sur-Loing’s Fußballplatz ausprobiert. So konnten wir die Spiele nicht nur entwerfen, sondern auch gleich testen und durch konstruktives Feedback verbessern. Die Ergebnisse wurden am Ende dann einheitlich festgehalten. Daraus entstand ein besonders nützliches Handbuch, da die Übungen leicht an viele Situationen in der Vereinsarbeit angepasst werden können.

Eine motivierende Erfahrung
Natürlich war es nicht nur das offizielle Programm, das die Woche ausgemacht hat. Es war vielmehr die aufgeschlossene und hilfsbereite Truppe aus allen Teilen des Landes, die Leben nach Souppes-sur-Loing brachte. Egal ob in eine der wenigen Bars der Stadt oder beim Ausflug nach Paris, wo wir gemeinsam an einem Fußball-Turnier in einem sozial benachteiligten Stadtteil antraten.

Kurzum kann ich die Stimmung nur als ansteckend und motivierend beschreiben. Eben genauso wie sie auch in jedem Angebot sein sollte, um Kinder und Jugendliche zu begeistern und ihnen Wissen zu vermitteln. Ich hätte meine Zeit in Frankreich nur zu gerne verlängert. Leider kam die Einladung und Teilnahme für mich recht spontan. Deshalb hatte ich keine Möglichkeit bis zur EM im Projekt zu bleiben. Dennoch habe ich Souppes-sur-Loing mit tollen Erfahrungen und Erinnerungen im Gepäck verlassen.

Als Teamerin im Laureus Projekt Körbe für Köln konnte ich bereits einiges in der Praxis wieder anwenden. Zum Abschluss gab’s dann noch ein persönliches Highlight für mich: Ich hatte die Möglichkeit nach Paris zurückzukehren und konnte das Spiel Deutschland – Nordirland live im Stadion erleben. Mein Fazit: Will Grigg’s on fire & Souppes-sur-Loing war’s auch!

Profil: Johanna Maier
Johanna Maier ist seit 2015 ehrenamtlich als Teamerin im Laureus Projekt Körbe für Köln e.V. (KfK) aktiv und unterstützt den Verein tatkräftig bei Events, Angeboten, der Ganztagsarbeit und Flüchtlingsarbeit sowie bei organisatorischen Aufgaben wie Personalplanung, Abrechnungswesen und Eventmanagement. 2016 konnte sie den KfK bei zwei internationalen Austauschprogrammen in Frankreich und Portugal vertreten.

Zum einem als „Ambassadeur Européen Du Foot Citoyen“ (wörtl.: „Fußball Europabotschafter“) im Zuge der EURO 2016 in Paris, zum anderen beim ERASMUS+ Projekt „Urban Cultures – Urban Europe“ in Lissabon, für dessen Austausch sie sowohl mit Streetsoccer wie auch zum Thema ‚mit Vorurteilen aufräumen‘ wesentliche Beiträge leistete.

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On Juni 14, 2017
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