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Die Gesichter des LAUREUS SPORT FOR GOOD SUMMIT

News

Die Laureus Sport for Good Foundation unterstützt Hilfsprojekte auf der ganzen Welt. Beim Summit in Sinsheim wird deutlich, welche Kraft der Sport hat: um Brücken zu bauen, um Mauern zum Einsturz zu bringen, um benachteiligten Kindern eine bessere Zukunft zu schenken. Hier erzählen Mitarbeiter der Programme von ihren faszinierenden Erfahrungen.

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Mario van Niekerk (41), Kapstadt, Gründer von „Great Commission United“:

„Niemand wird als Krimineller geboren! Viele junge Menschen in Kapstadt glauben aber, nur mit Kriminalität ihre Träume erfüllen zu können. Wir müssen ihnen andere Möglichkeiten bieten. Und wir müssen ihnen die Werte einer Familie vermitteln. Ich war selbst zehn Jahre lang kriminell. Irgendwann habe ich aber auf mein Leben geschaut und dachte: Was hast du eigentlich alles verpasst? Deshalb startete ich ein Fußball-Projekt mit 18 Kindern, die ebenfalls in kriminellen Gangs waren. Heute nehmen viel mehr Kinder an meinem Projekt teil. Ich will ihnen Geborgenheit bieten, einen sicheren Ort. Wo sie sie selbst sein können. Einige nennen mich mittlerweile ‚Dad‘. In solchen Momenten habe ich Tränen in den Augen.“

 

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Sneh Gupta (59), Jodhpur, Co-Gründerin vom „Image-Programm“:

„Behinderte werden in Indien stigmatisiert und diskriminiert. Sie sind unsichtbare Mitglieder unserer Gesellschaft. Bei Image bringen wir die gleiche Anzahl an behinderten und nicht-behinderten Kindern zusammen und treiben Sport. Am Anfang wussten die nicht-behinderten Kinder nicht, wie sie mit den anderen umgehen sollen. „Können die überhaupt Kricket spielen?“ Das haben sie spätestens dann gemerkt, als sie von behinderten Kindern im Kricket oder anderen Sportarten geschlagen wurden. Das war für sie nur schwer zu ertragen. Die Inklusion von nicht-Behinderten war quasi schwerer als andersrum.

Mittlerweile involvieren wir auch die Eltern. Am Anfang haben sie sich über die Behinderten lustig gemacht und sie beleidigt. Nachdem sie die Kinder kennengelernt und wir sie aufgeklärt haben, änderte sich plötzlich etwas. Heute sprechen sie die Kids mit Namen an, berühren sie und haben keine Vorurteile mehr. Dadurch trauen sich immer mehr Kinder im Alter von 8-12 Jahren, an unserem Projekt teilzunehmen.“

 

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Marcel Mauz (25), Stuttgart, Mitarbeiter bei „KICKFORMORE“:

„Meinen ersten Kontakt mit dem Straßenfußball-Projekt KICKFORMORE hatte ich in der fünften Klasse. Ich war Hauptschüler, unmotiviert, hatte Angst, keinen Job zu bekommen. In den gemischten Gruppen habe ich dann schnell gemerkt: Hey, das macht mir Spaß, hier werde ich ernstgenommen. Hier kann ich meine eigenen Ideen verwirklichen. Ich habe dann meinen Realschulabschluss und Abitur gemacht und studiere jetzt. Dem Projekt wollte ich unbedingt treu bleiben und arbeite dort bis heute mit. Es ist spannend zu sehen, wie ich mich durch das Projekt verändert habe.“

 

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Neta Daniel (19) und Duha Amla (21), Jerusalem, Coaches bei „Peaceplayers“:

Neta aus Israel: „Wenn wir zusammen spielen, können wir auch zusammen leben. Das ist unser Motto. Wir spielen Basketball in einem gemischten Team aus Israelis und Palästinensern. Früher kannte ich keine arabischen Kinder. Als ich arabisch hörte, habe ich die Straßenseite gewechselt. Als ich zum Projekt stieß, dachte ich, die arabischen Mädchen können nicht spielen und sind aggressiv. Aber sie haben genauso gespielt wie ich.“

Duha aus Palästina: „Mir wurde als Kind beigebracht, dass die Juden unsere Feinde und schlechte Menschen sind. Auf der Straße habe ich den Augenkontakt mit ihnen vermieden. Ich wurde aber neugierig und wollte wissen, warum Juden und Araber sich nicht mögen. Also habe ich mit zehn Jahren bei dem Programm mitgemacht. Ich habe gemerkt: Diese Mädchen haben die gleichen Interessen und Hobbies wie ich. Sie sind genauso wie ich. Warum sollen wir den Konflikt unserer Großeltern weiter austragen? Das ist nicht unsere Schuld.“

Neta: „Als ich meinen Schulfreunden von dem Projekt erzählte, haben sie mich erst komisch angeguckt. „Du spielst mit Arabern?“ Sie haben aber gemerkt, dass ich total glücklich bin und darin aufgehe. Dann wurden auch sie neugierig. Meine Familie mochte das Programm auch. Heute bin ich Trainerin im Team, und meine kleine Schwester nimmt daran teil.“

Duha: „In meiner muslimischen Gemeinschaft akzeptieren sie nicht, dass ich Sport mache, schon gar nicht mit jüdischen Frauen. Mit meinen Onkeln und Tanten rede ich nicht über das Thema. Sie haben sehr extreme Meinungen dazu. Sie glauben, dass es keine gute Idee ist. In meiner Heimat rede ich auch nicht mit Medien darüber. Ich habe Angst, bedroht zu werden. Die Leute würden sagen, ich sei eine schlechte Palästinenserin. Hier spreche ich aber gerne darüber, um zu zeigen, wie wichtig das Projekt Peaceplayers ist.“

 

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Thorsten Gegenwarth (40), Wien, Geschäftsführer der „Schneetiger“:

„Wien hat eine Menge sozialer Brennpunkte. Viele Kinder waren noch nie in der Natur. Unser Ansatz bei den Schneetigern war 2011: Wir bringen alle Schüler auf die Piste, unabhängig von ihrer Behinderung oder ihrem sozialen Background. Mit unserem Programm geben wir 180 Kids im Jahr die Chance, Ski, Snowboard oder Skibob zu fahren. Wir arbeiten auch mit Kindern, die chronisch krank sind. Luca hatte fortschreitenden Muskelschwund und konnte seine Arme und Beine von selber nicht mehr richtig bewegen. Ihn haben wir in einen Sitzski gesetzt. Dadurch konnte er mit seinem Vater, einem passionierten Skifahrer, und der ganzen Familie wieder auf die Piste. So etwas bleibt in Erinnerung.“

 

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Medha Oka (55), Mumbai, Entwicklungsprogrammleiterin bei „Magic Bus“:

„Mich berührt die Geschichte von Ravi. Ravi kam als Kind zum Rugby-Projekt von Magic Bus. Er wohnte in einem Slum in Mumbai. Zunächst schaute er nur schüchtern vom Zaun aus zu. Er kannte den Sport vorher nicht. Irgendwann fasste er sich ein Herz und spielte mit. Schnell erkannten die Trainer sein Talent. Er wurde gefördert und ging begeistert zur Schule. Heute spielt er in der Profiliga. Jetzt will er seinen jüngeren Geschwistern helfen, auch den Sprung aus den Elendsvierteln zu schaffen. Das ist eine tolle Geschichte, die zeigt, wie wichtig Magic Bus ist.

Wir gehen seit 17 Jahren in Schulen und Gemeinden, um Kinder aus armen Verhältnissen zu begleiten – und das sieben Jahre lang. Wie bereiten sie auf das Erwachsenwerden vor und geben ihnen überlebenswichtige Dinge mit auf den Weg: Soziale Kompetenzen, Lernmethoden, Fair Play – dabei hilft uns die Kraft des Sports.“

 

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Ibrahim Kanu (23), London, Mitarbeiter bei „Active Communities Network“:

„Als ich 15 Jahre alt war, wusste ich nichts mit meinem Leben anzufangen. Ich hing mit Gangs ab, habe eingebrochen und andere Dinge gemacht, auf die ich heute nicht stolz bin. Dann bin ich irgendwie in ein Fußball-Projekt gekommen von Active Communities Network. Der Sozialarbeiter dort hat mich wieder auf den richtigen Weg gebracht. Seit letztem Jahr bin ich dort festangestellt. Die Kids, die ich betreue, vertrauen mir. Sie wissen, dass ich genau da war, wo sie jetzt sind. Ich bin sicher, dass einige von ihnen später auch bei uns arbeiten werden. Darauf bin ich ziemlich stolz.“

 

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Alfred Anjere (46), Nairobi, Gründer von „Box Girls Kenia“:

„Die Kenianer denken noch immer, dass Frauen für den Haushalt und das Kinderkriegen da sind. Männer schaffen das Geld heran. Die Geschlechterrollen sind also klar verteilt. Die Frauen werden dadurch ihrer Fähigkeiten beraubt. Wir wollen die Mädchen in unserem Programm aufklären und ihnen Selbstvertrauen vermitteln. Boxen ist unser Werkzeug. Die Mädchen und jungen Frauen werden dadurch körperlich und emotional stärker. Das Erstaunliche: Am Anfang haben die Eltern ihren Töchtern noch verboten, zu Box Girls Kenia zu kommen. Heute feuern sie sie an und sind stolz auf sie. In Nairobi haben wir mittlerweile 1500 Mädchen und Frauen zwischen 7 und 24 Jahren in unserem Projekt.“

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On November 9, 2016
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